Union und SPD haben am späten Montagabend ihre Verhandlungen über eine Reform der Erbschaftssteuer unterbrochen. Wie aus CSU-Kreise verlautete, sollen die Gespräche am Donnerstag fortgesetzt werden. In sechs Punkten gebe es nach wie vor «gravierende Differenzen», hieß es. Man gehe derzeit nicht von einem Scheitern aus, aber die Verhandlungen seien auch noch nicht auf der Zielgeraden. Das Gespräch hatte am Montag knapp acht Stunden gedauert. Eigentlich war nach dem monatelangem Ringen um die Steuer mit einem Ergebnis gerechnet worden.
Die CSU hatte vorab ihre Kritik bekräftigt und erneut Nachbesserungen zugunsten von Firmenerben verlangt. Der scheidende Parteichef Erwin Huber nannte den schon im Bundeskabinett verabschiedeten Gesetzentwurf «nicht akzeptabel».
Huber verlangte, die bisher geplante Haltefrist von 15 Jahren für die steuerfreie Vererbung eines Unternehmens auf weniger als zehn Jahre zu verkürzen. Für Familienunternehmen müsse es Optionsmöglichkeiten bis hin zur vollständigen Freistellung von der Erbschaftsteuer geben, wenn dadurch Arbeitsplätze und Firmenstandorte gesichert würden.
