Der Vertrauensverlust in der internationalen Finanzwirtschaft zwingt die Politik zu umfangreichen Rettungsaktionen. Die EU-Staaten garantieren allen wichtigen Banken das Überleben und den Sparern eine Mindestsicherung ihrer Einlagen von 50.000 Euro. Zudem bedroht die weltweite Krise erstmals einen ganzen Staat in seiner Existenz: Islands Regierungschef Geir H. Haarde warnte vor einem Staatsbankrott. Hier ein Überblick über die turbulenten Ereignisse:
- Die EU garantiert das Überleben der wichtigen Banken in ihren Staaten. «Wir haben uns geeinigt, systemrelevante Finanzinstitute zu unterstützen», heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der EU-Finanzminister. Diese wollen zudem europaweit für private Spareinlagen von mindestens 50.000 Euro einstehen. «Wir haben vereinbart, dass alle Mitgliedstaaten für zunächst ein Jahr für einen Betrag von mindestens 50.000 Euro garantieren», erklärten die Minister. Einzelne Staaten wollten weitergehen.
- Island steht am Rande des Abgrunds. Die Regierung gab eine Garantieerklärung für alle Spareinlagen ab und übernahm die Kontrolle über die zweitgrößte Bank des Landes, die Landsbanki. Für Verwirrung sorgten widersprüchliche Angaben über einen russischen Milliarden-Kredit für die isländische Zentralbank. Außerdem wird der Wechselkurs der isländischen Krone fixiert, wie die Zentralbank mitteilte.
- Die weltweite Finanzkrise hat die deutschen Autobauer erreicht: Opel, Daimler, Ford und BMW fahren ihre Produktion herunter, weil die Kundennachfrage nachlässt. Massenentlassungen sind nach Angaben der Hersteller nicht geplant.
- Angesichts der Finanzmarktkrise scheinen sich immer mehr Verbraucher den Sparkassen zuzuwenden. Allein in der vergangenen Woche verzeichnete die Sparkasse Düsseldorf 80 Millionen Euro zusätzliche Einlagen, wie Unternehmenssprecher Gerd Meyer am Dienstag der Nachrichtenagentur AP sagte.
- Nach massivem öffentlichen Druck räumte der Vorstandschef der schwer angeschlagenen Hypo Real Estate, Georg Funke, seinen Posten. Funke verlasse im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung das Unternehmen, teilte die Immobilienbank mit. Über Funkes Nachfolge wollte der Aufsichtsrat noch am Dienstag entscheiden.
- Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main untersucht die Pannen bei der Staatsbank KfW. «Derzeit prüfen wir, ob der Anfangsverdacht einer Straftat vorliegt und wir Ermittlungen gegen KfW-Vorstände einleiten müssen», sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu, der AP. Sie bestätigte damit einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung».
- Die Große Koalition will die Haftung von Spitzenmanagern zügig verschärfen. Die Union im Bundestag diskutiert, dass Vorstände mit bis zu zwei Jahresgehältern haften, wenn sie ihre Firma in Schieflage bringen.
