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07. Oktober 2008
(Update) - Deutsche gegen Privatisierung öffentlicher Leistungen


Berlin - Trotz aller Kritik an unnötiger Bürokratie lehnt die große Mehrheit der Deutschen eine weitere Privatisierung öffentlicher Leistungen ab. Drei von vier Befragten sind gegen eine Ausweitung, wie eine am Dienstag in Berlin vorgestellte Forsa-Studie im Auftrag des Deutschen Beamtenbunds (dbb) ergab. Danach fordern sogar 25 Prozent der gut 3.000 Befragten, schon erfolgte Privatisierungen wieder rückgängig zu machen.

Die Ablehnung zusätzlicher Privatisierungen stieg laut der Studie innerhalb eines Jahres um acht Punkte auf 77 Prozent. Davon bejahten 52 Prozent die Aussage «Das Verhältnis zwischen öffentlichen und privaten Dienstleistungen sollte so bleiben wie jetzt». Und 25 Prozent stimmten der Forderung zu, privatisierte Dienstleistungen wieder in den öffentlichen Dienst zu überführen.

Im Einzelnen verwies dbb-Vorsitzender Peter Heesen auf Erfahrungen in Lübeck und Göttingen. Beide Städte hätten die privatisierte Müllabfuhr wieder in städtische Regie zurückgenommen. Die Kosten für die Bürger seien trotz hoher Investitionen in den Neustart des Dienstes um 30 beziehungsweise 20 Prozent gesunken, berichtetet er.

Keine Verbesserung als Folge der Privatisierung sahen die Befragten neben der Müllentsorgung auch in den Bereichen Post, Energieversorgung, Bahn, Wohnungen, öffentlicher Personennahverkehr und Krankenhäuser. Besonders schlecht fielen die Urteile über die Energieversorgung und die Bahn aus. 41 Prozent (Energie) und 42 Prozent (Bahn) sahen eine Verschlechterung nach der Teilprivatisierung.

Die Zahl der Befürworter von Privatisierungen in den Bereichen Hochschulen, Krankenhäuser, Müllentsorgung, Arbeitsvermittlung, Energieversorgung und öffentlicher Nahverkehr sei im Vergleich zum Vorjahr gesunken, hieß es.

Nur beim Paketdienst und bei der Telekommunikation fielen die Urteile positiv aus. Je 47 Prozent glauben, dass die Leistungen nach der Privatisierung besser geworden sind als zu Zeiten der alten Staatspost.

Feuerwehrmänner mit hohem Ansehen

Generell wurde die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes in diesem Jahr positiver gesehen als im Vorjahr. Die Zustimmung sei von 30 auf 32 Prozent gestiegen. Dabei kämpfen Beamte weiterhin mit einem wenig guten Image. Auf der Liste des Ansehens einzelner Berufsgruppen, die in der Öffentlichkeit agieren, rutschten sie innerhalb eines Jahres von Platz 18 auf 19 ab.

Die Liste wird unverändert angeführt von Feuerwehrmann, Krankenpfleger, Pilot und Arzt. Die Schlusslichter auf den Plätzen 21 bis 24 sind danach Politiker, Mitarbeiter in einer Werbeagentur, Telekom-Mitarbeiter und Versicherungsvertreter.








 
 



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