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07. Oktober 2008
Verzweifelter Finanzmanager erschießt sich und fünfköpfige Familie


Los Angeles - Massive Geldsorgen offenbar wegen der Finanzmarktkrise haben einen verzweifelten Finanzmanager in den USA zur Tötung seiner fünfköpfigen Familie und anschließend in den Selbstmord getrieben. Die Leichen von Karthik Rajaram, seiner Frau, den drei gemeinsamen Söhnen und seiner Schwiegermutter wurden von der Polizei am Montag in ihrem Haus nahe Los Angeles gefunden. Das Gewehr, mit dem der einst finanziell erfolgreiche Rajaram seine Familie erschoss, hatte er bereits drei Wochen zuvor gekauft.

In zwei Abschiedsbriefen erklärte der 45-Jährige, es gebe für ihn nur noch zwei Möglichkeiten: Sich das Leben zu nehmen oder sich und seine gesamte Familie zu töten. Er habe sich für die zweite Variante entschieden, weil sie ihm ehrenvoller erschienen sei, sagte der stellvertretende Polizeichef von Los Angeles, Michael Moore.

Rajaram konnte einen MBA-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften vorweisen und arbeitete unter anderem für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers und für Sony Pictures. Ein glückliches Händchen hatte er auch beim Verkauf seines Hauses im Jahr 2006: Das Gebäude in Northridge hatte er neun Jahre zuvor für 274.000 Dollar erworben, verkauft wurde es für eine Dreiviertelmillion.

Das Haus, in dem die Familie zuletzt wohnte, gehörte ihr laut Polizei allerdings nicht. Rajarams Frau Subasri habe nicht dorthin umziehen wollen, sagte eine ehemalige Nachbarin in Northridge, Sue Karns, der Zeitung «Los Angeles Times». Moore erklärte, der Finanzmanager sei bereits seit mehreren Monaten arbeitslos gewesen.

Söhne im Alter von 19, 12 und 7 Jahren

Gefunden wurde Rajaram mit der Schusswaffe in der Hand. Die Bluttat verübte er laut Gerichtsmedizin zwischen Samstagnacht und Montagmorgen. Sie wurde entdeckt, weil Subasri Rajaram am Montag nicht bei einem Nachbarn erschien, mit dem sie zur Arbeit fahren wollte. Die 39-Jährige wurde Moore zufolge offenbar im Schlaf erschossen, ebenso wie ihre 69 Jahre alte Mutter. Zwei Söhne im Alter von 19 und 7 Jahren wurden tot in ihren Betten gefunden, der dritte Junge im Alter von zwölf Jahren lag erschossen auf dem Fußboden. Alle seien mit mehreren Schüssen getötet worden, erklärte Gerichtsmediziner Ed Winter.

Einen seiner beiden Abschiedsbriefe hatte Rajaram an die Polizei adressiert, den zweiten an Angehörige und Freunde. Der 45-Jährige habe darin erklärt, finanzielle Schwierigkeiten hätten ihn zu seiner Verzweiflungstat getrieben, sagte Moore.

«Sehr talentiert und intelligent»

Bei PricewaterhouseCoopers war Rajaram nach Unternehmensangaben zuletzt 1999 beschäftigt. Einer seiner damaligen Kollegen, Greg Robinson, beschrieb den aus Indien stammenden Finanzexperten als «sehr talentiert und intelligent». Er bot Rajaram eine Stelle in seiner Beratungsfirma an, entließ ihn aber 2005. Rajaram habe ein eigenartiges Verhalten an den Tag gelegt, wurde Robinson von der Zeitung «Los Angeles Daily» zitiert. Er habe Telefonate und Meetings verpasst und sei manchmal tagelang nicht auffindbar gewesen. Es habe in Rajarams Leben offenbar einen Teil gegeben, von dem seine Kollegen nichts gewusst hätten, sagte Robinson.








 
 



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