Fast zwei Drittel der deutschen Kinder und Jugendlichen glauben an ein Leben nach dem Tod - ans Paradies, an Wiedergeburt als Blume oder ewige Langeweile im Sarg. 70 Prozent von 1.738 befragten Schülern zwischen 9 und 19 Jahren sind davon überzeugt, dass es nach dem Tod weitergeht. Die meisten stellen sich dieses zweite Leben durchaus positiv vor, wie die am Dienstag in Hamburg veröffentlichte Umfrage der Zeitschrift «Eltern family» ergab.
Nur 15 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen stimmen der Aussage zu, «es gibt kein Leben nach dem Tod». Sieben Prozent antworteten «Keine Ahnung», vier Prozent gaben an, sich über das Thema noch nie Gedanken gemacht zu haben. Vier Prozent machten sonstige Aussagen.
Auf die Frage, wie sie sich das Leben nach dem Tod vorstellen, gab es überwiegend positive Antworten: 27 Prozent der Befragten glauben an das Eintreten in den Himmel oder das Paradies, 19 Prozent an ihre Wiedergeburt, 14 Prozent an ein Wiedersehen mit der Familie und Freunden. 13 Prozent stellen sich das Leben nach dem Tod ohne Sorgen, Streit und Angst vor, neun Prozent als ewiges Leben im Reich Gottes. Acht Prozent meinen, nur die Seele lebt weiter. Sieben Prozent gehen davon aus, dass es hell, warm, bunt und ein ewiger Traum ist. Lediglich drei Prozent der Befragten erwarten, dass ein Leben nach dem Tod langweilig wird.
«Man lebt in den Herzen anderer weiter»
Die ausführlichen Antworten der Jungen und Mädchen zu ihren Vorstellungen vom Jenseits fallen sehr unterschiedlich aus. Teilweise sind es sehr schöne Gedanken. So sagt eine 16-jährige Gesamtschülerin: «Wenn der Körper nicht mehr vorhanden ist, lebt man in den Herzen anderer weiter. Erst wenn das letzte Herz, das sich an einen Toten erinnert, aufgehört hat zu schlagen, stirbt man wirklich.» Ein 12-jähriger Realschüler hofft: «Keiner ist König, jeder ist auf gleicher Ebene. Man braucht nichts zu bezahlen, es gibt keine Krankheiten.»
Eine 17-jährige Gymnasiastin hat einen besonders individuellen Wunsch: «Ich hoffe, dass ich als Mann wiedergeboren werde und dann in einem dritten Leben als Faultier im Tropenwald Entspannung finden kann.» Überhaupt gibt es häufiger die Vorstellung, als Tier noch einmal auf die Welt zu kommen.
Andere sehen den Tod weniger positiv. Eine elfjährige Gesamtschülerin stellt sich das Leben nach dem Tod «leer und kalt» vor. Ein 14-jähriger Gesamtschüler glaubt, «man wird den ganzen Tag im Grab liegen und sich langweilen.» Und eine eine 18 Jahre alte Gymnasiastin sagt: «Der Mensch stirbt, wird begraben und zerfällt. Das war"s.»
