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07. Oktober 2008
Deutschland schlecht auf Folgen der Überalterung vorbereitet


Köln - Gegen die Folgen des demografischen Wandels ist Deutschland im internationalen Vergleich laut einer neuen Studie besonders schlecht gewappnet. Zusammen mit Italien ist die Bundesrepublik nicht nur am stärksten von der Überalterung seiner Bevölkerung betroffen, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln am Dienstag mitteilte. Auch sei die Vorbereitung auf den zu erwartenden Arbeits- und Fachkräftemangel nur ungenügend.

Von einem Arbeitsmarkt, auf dem viele Menschen, egal ob jung oder alt, einen Job finden, ist Deutschland der Studie zufolge noch weit entfernt. In Deutschland sitzen demnach mehr als die Hälfte der 55- bis 64-Jährigen zu Hause statt im Büro, während in Norwegen, den USA und der Schweiz mehr als 60 Prozent dieser Altersgruppe arbeiten. Dies sei angesichts einer steigenden Lebenserwartung und der strapazierten Rentenkassen ein Problem.

Mütter schlecht ins Arbeitsleben integriert

Besonders auffällig ist laut IW zudem, dass nur 55 Prozent der Mütter mit Kindern im Kindergartenalter erwerbstätig sind. In Schweden und Finnland haben hingegen 80 Prozent dieser Frauen einen Job. Der geplante Aufbau der Betreuung für unter Dreijährige sei daher ein Schritt in die richtige Richtung, auch um gegen die hohe Kinderlosigkeit vieler Frauen anzugehen, erklärten die Wissenschaftler. In Deutschland ist demnach jede fünfte 1965 geborene Frau ohne Nachwuchs, im Durchschnitt der untersuchten Industrieländer war es knapp jede sechste.

Schwachstellen zeigt die Bundesrepublik laut Studie auch im Bildungsbereich: Deutsche Hochschulen bringen demnach im internationalen Vergleich zu wenige Absolventen hervor - hierzulande besitzen nur 22 Prozent der 25- bis 34-Jährigen einen akademischen Abschluss, in Irland dagegen 41 Prozent. In kaum einem anderen Land bräuchten die Neu-Akademiker zudem so viel Zeit, um ihr Studium zu beenden. Gerade in Zeiten schrumpfender Bevölkerungszahlen, sollte der Nachwuchs im internationalen Wettbewerb mithalten können und umso besser ausgebildet sein, kritisierte das IW.

Integrationsproblem

Den Wissenschaftlern zufolge kann auch die in Deutschland leicht überdurchschnittliche Zuwanderquote die Folgen der zunehmend älter werdenden Gesellschaft nicht aufwiegen. So würden Migranten mit hoher Qualifikation nicht nur andere Länder vorziehen. Auch offenbare ein Blick auf die PISA-Ergebnisse von Migrantenkinder ein Integrationsproblem. Selbst in den relativ sprachunabhängigen Naturwissenschaften schneide der Nachwuchs der Migranten im Vergleich zu einheimischen Mitschülern deutlich schlechter ab.

Einziger Lichtblick ist der Studie zufolge der Bereich Forschung und Entwicklung: Insbesondere bei den sogenannten Triade-Patenten, die sowohl in Europa als auch in den USA und Japan angemeldet sind, hätten deutsche Forscher ebenso wie beim Export von Spitzen- und Hochleistungstechnologieprodukten - die Nase vorn.

Das IW hat 23 Industrieländer anhand eines internationalen Struktur-, Veränderungs- und Anpassungsindikators auf die Folgen der demografischen Entwicklung untersucht.








 
 



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