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07. September 2008
Fälle von plötzlichem Kindstod auf historischem Tiefstand


München - Noch nie sind in Deutschland so wenig Babys am plötzlichen Kindstod gestorben wie im vergangenen Jahr. Mit 228 Fällen sei ein historischer Tiefstand erreicht worden, berichtete das Nachrichtenmagazin «Focus» am Wochenende unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamts. Seit 1990, als bundesweit knapp 1.300 Fälle von plötzlichem Kindstod registriert worden waren, sank die Zahl der Fälle demnach drastisch. Grund sei vor allem die verstärkte Aufklärung der Eltern.

Doch nach wie vor ist der plötzliche Kindstod, dessen Ursachen noch nicht vollständig erforscht sind, in Deutschland verantwortlich für die meisten Sterbefälle im ersten Lebensjahr, wie das Magazin berichtet. Trotz sinkender Fallzahlen warnt die Epidemiologin Mechtild Vennemann von der Universitätsklinik Münster deshalb vor übertriebenem Optimismus: «Obwohl die Gefahren größtenteils bekannt sind, herrscht unter vielen Eltern Unsicherheit.»

Die Forscherin untersuchte für eine neue Studie mehr als 330 Kindstodfälle der Jahre 1998 bis 2001, wie der «Focus» schreibt. Die Eltern wurden unter anderem zu den Schlaf- und Liegegewohnheiten das Babys befragt. Auf dem Bauch schlafende Säuglinge haben demnach ein siebenmal höheres Risiko, an plötzlichem Kindstod zu sterben, als Babys, die auf dem Rücken liegen. Gefährlich ist demnach auch, wenn der Säugling im elterlichen Bett schläft. Hier steigt das Todesrisiko gegenüber Babys, die im eigenen Bett schlafen, um das Dreifache.

Schnuller bietet gewissen Schutz

Der Untersuchung zufolge erhöhen zudem Bettdecken in der Wiege das Risiko um fast das Dreifache. Kommen Heizkissen oder in der Mikrowelle erwärmte Kirschkernkissen zum Einsatz, verdoppelt sich die Gefahr nochmals. Das Gleiche gilt laut der Studie für Babys, die nicht gestillt werden. Das Saugen an einem Schnuller indes scheint Babys einen gewissen Schutz zu bieten: Mit dem regelmäßigen Gebrauch eines Schnullers halbiere sich das Risiko, sagte die Forscherin.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat Tipps für Eltern in einer Broschüre gesammelt, an der auch die Forscherin Vennemann mitgearbeitet hat. Hier wird zusätzlich zu einem Schlafsack für Babys geraten, der das Umdrehen in Bauchlage erschwert.

Zudem sollte man demnach Zigarrettenrauch vom Baby fernhalten - auch während der Schwangerschaft sollte die Mutter auf das Rauchen wie auch auf Alkohol und andere Drogen verzichten - und alle Regelimpfungen durchführen. Die meisten Todesfälle ereignen sich den Angaben zufolge zwischen dem zweiten und fünften Lebensmonat, während sich das Risiko ab etwa zehn Monaten auf wenige Einzelfälle beschränke.

 








 
 



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