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07. September 2008
Lidl will Bußgelder akzeptieren


Frankfurt - Nach der Bespitzelungs-Affäre bei Lidl hat der Discounter der Zahlung von Bußgeldern zugestimmt. Laut «Spiegel» handelt es sich um Summen in Millionenhöhe. «Lidl hat den zuständigen Behörden bereits signalisiert, dass das Unternehmen die festgesetzten Bußgelder mit großer Wahrscheinlichkeit ohne Widerspruch akzeptieren wird», teilte das Unternehmen in Neckarsulm am Wochenende mit. Es habe aber «keine flächendeckende und systematische Überwachung von Mitarbeitern» gegeben, betonte Lidl.

Wie der «Spiegel» in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wollen die Datenschutzbeauftragten mehrerer Bundesländer Strafgelder wegen rechtswidriger Überwachung von Mitarbeitern durch Detektive und weiterer Verstöße gegen Datenschutzvorschriften erheben. Betroffen seien Lidl-Vertriebsgesellschaften und Filialen in mindestens acht Bundesländern, vor allem in Niedersachsen und anderen norddeutschen Regionen. Insgesamt solle eine einstellige Millionensumme verlangt werden, berichtete das Magazin unter Berufung auf Datenschützer-Kreise.

15 von 35 Regionalgesellschaften beanstandet

Nach Lidl-Angaben beanstandeten die Datenschützer in insgesamt 15 der 35 Regionalgesellschaften eine «unzulässige Protokollierung von personenbezogenen Daten durch Detektive». Davon sei aber nur ein geringer Teil der insgesamt über 3.000 Lidl-Filialen in Deutschland betroffen gewesen. Zudem hätten die Datenschützer in allen 35 Regionalgesellschaften das Fehlen eines betrieblichen Datenschutzbeauftragten bemängelt. Der Konzern berief sich bei seinen Angaben auf die Datenschutzbehörde Baden-Württemberg.

In der aufsehenerregenden Bespitzelungs-Affäre hatte Lidl im März eingeräumt, im vergangenen Jahr in 219 Filialen Detektive eingesetzt zu haben. Gewerkschafter hatten daraufhin von einer «Bespitzelung unglaublichen Ausmaßes» gesprochen.

Nach Darstellung von Lidl war es jedoch darum gegangen, Waren gegen Diebstahl zu sichern. «Offensichtlich übereifrige Detektive» hätten dann über ihren Auftrag hinaus Informationen beschafft. Später hatten auch Edeka und Plus eingeräumt, Mitarbeiter per Video überwacht zu haben.








 
 



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