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07. September 2008
Steinmeier wäre der zehnte SPD-Kanzlerkandidat seit 1949


Berlin - Außenminister Frank-Walter Steinmeier wäre für den Fall seiner Nominierung seit 1949 der zehnte Sozialdemokrat, der sich um das Amt des Bundeskanzlers bewirbt. Erfolgreich waren mit Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder bisher erst drei von ihnen. Im folgenden eine Übersicht über die SPD-Kanzlerkandidaten bei Bundestagswahlen mit ihren jeweiligen Gegnern seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland.

14. August 1949 - Konrad Adenauer (CDU) gewinnt die Bundestagswahl und wird daraufhin gegen den SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher zum ersten Bundeskanzler gewählt.

6. September 1953 - Auch Schumachers Nachfolger Erich Ollenhauer kann Adenauer nicht stoppen.

15. September 1957 - Zum bislang einzigen Mal obsiegt die Partei eines Kanzlerkandidaten mit absoluter Mehrheit: Mit 50,2 Prozent der Stimmen schlägt CDU-Amtsinhaber Adenauer erneut Ollenhauer.

17. September 1961 - Erstmals tritt für die SPD der Berliner Regierende Bürgermeister Willy Brandt an; er unterliegt dem alten und neuen Kanzler Adenauer.

19. September 1965 - Die zweite Niederlage Brandts, diesmal gegen Ludwig Erhard (CDU).

28. September 1969 - Nach 20 Jahren gewinnen SPD und FDP die Bundestagswahl. Willy Brandt wird als erster Sozialdemokrat nach dem Zweiten Weltkrieg Regierungschef. Der Unterlegene ist Kurt-Georg Kiesinger (CDU), der 1966 nach dem Auszug der FDP aus der Regierung ohne Wahlen Kanzler einer Großen Koalition geworden war.

19. November 1972 - Willy Brandt wird mit 45,8 Prozent der Stimmen, dem besten Nachkriegsergebnis der SPD, wiedergewählt. Der Gegenkandidat von der CDU heißt Rainer Barzel.

3. Oktober 1976 - Helmut Schmidt, nach Brandts Rücktritt im Mai 1974 der zweite SPD-Kanzler, kann sich knapp gegen den erstmals angetretenen CDU-Vorsitzenden Helmut Kohl behaupten.

5. Oktober 1980 - Schmidt wird mit einem Wahlsieg von SPFD und FDP wiedergewählt. Für die Union hatte mit dem unterlegenen Franz Josef Strauß erstmals ein CSU-Politiker kandidiert.

6. März 1983 - Der spätere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel muss sich Helmut Kohl beugen. Bereits im Herbst 1982 war Kohl durch den Wechsel der FDP von den Sozialdemokraten zur Union Kanzler geworden.

25. Januar 1987 - Kohl schlägt mit einem Sieg von CDU/CSU und FDP bei der Bundestagswahl den stellvertretenden SPD-Vorsitzenden und nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Johannes Rau.

2. Dezember 1990 - Kohl setzt sich bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl gegen den saarländischen Ministerpräsidenten und SPD-Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine durch.

16. Oktober 1994 - Auch der SPD-Vorsitzende Rudolf Scharping scheitert an Kohl.

27. September 1998 - Als neunter Kandidat der SPD in der Nachkriegsgeschichte geht der niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder in eine Bundestagswahl - und wird Kanzler. Helmut Kohl wird am 26. Oktober aus dem Amt entlassen.

22. Oktober 2002 - Schröder holt noch einmal eine rot-grüne Mehrheit und wird für eine zweite Amtszeit zum Kanzler gewählt. Edmund Stoiber von der CSU scheitert, und auch Guido Westerwelle - die FDP hatte erstmals einen eigenen Kandidaten aufgestellt - kann sich nicht durchsetzen.

18. September 2005 - Obwohl die SPD nur zweitstärkste Fraktion im Bundestag wird, beansprucht Schröder das Kanzleramt zunächst weiter für sich. Dann kommt alles anders: SPD, CDU und CSU einigen sich auf die CDU-Politikerin Angela Merkel als Kanzlerin einer Großen Koalition. Schröder legt gut einen Monat später sein Bundestagsmandat nieder.








 
 



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