Die Regierungspartei in Angola hat die erste Parlamentswahl seit 16 Jahren offenbar klar gewonnen. Mitglieder der Wahlkommission teilten am Sonntag mit, die Volksbewegung für die Befreiung Angolas (MPLA) habe nach Auszählung von mehr als zwei Millionen Stimmen einen Anteil von mehr als 80 Prozent. Wahlberechtigt waren mehr als acht Millionen Wähler.
Das Endergebnis der Wahl vom Freitag wird erst in den kommenden Tagen erwartet. Wegen logistischer Probleme hatten die Behörden die Möglichkeit zur Stimmabgabe in der Hauptstadt Luanda bis Samstag verlängert. Einige Wahllokale blieben dort die ganze Nacht hindurch geöffnet. Die oppositionelle UNITA, hervorgegangen aus der Rebellenbewegung im Bürgerkrieg, forderte eine Wiederholung der Abstimmung in der Hauptstadt.
Von den 220 Sitzen im Parlament hat die MPLA derzeit 125. Sie stellt auch den Präsidenten José Eduardo dos Santos. Angola ist reich an Diamanten und Öl. Bislang ist aber nur wenig Geld in die Modernisierung der Infrastruktur geflossen. Die Lebensverhältnisse in dem westafrikanischen Land sind immer noch vom langen Bürgerkrieg der Jahre 1975 bis 2002 geprägt.
Zuletzt stimmten die Angolaner 1992 über ein neues Parlament und den Präsidenten ab, während einer Unterbrechung im jahrzehntelangen Bürgerkrieg. Streitigkeiten über das Ergebnis führten anschließend zu neuer Gewalt. Dos Santos regiert seit 1979. Er ist erst der zweite Präsident seit der Unabhängigkeit der ehemaligen portugiesischen Kolonie im Jahr 1975. Eine Präsidentenwahl ist für 2009 geplant.
