Zwei Monate vor der Präsidentschaftswahl in den USA wird die Wirtschaftspolitik zum alles beherrschenden Wahlkampfthema. Nach einem überraschend hohen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 6,1 Prozent warf der demokratische Senator Barack Obama seinem Kontrahenten John McCain vor, seine Republikanische Partei stehe für acht Jahre wirtschaftlichen Niedergang.
McCain wiederum distanzierte sich erneut vom Establishment in Washington und sprach sich für eine Umstrukturierung der großen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac aus. Diese seien Ausdruck von Vetternwirtschaft und Korruption, was die Menschen zu Recht auf die Palme bringe. McCain und seine Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin traten zusammen in Colorado Springs auf, einem Zentrum der christlich-konservativen Wählerschaft. Mehrere tausend Menschen feierten vor allem Palin mit Sprechchören.
Obama konzentriert seinen Wahlkampf nun offenbar auf wenige Schlüsselstaaten, die als wahlentscheidend gelten. Am Samstag trat er in Indiana auf, wo vor vier Jahren der Republikaner George W. Bush gewählt wurde. Ähnlich wie Pennsylvania, Ohio und Michigan gilt aber auch Indiana als «Swing-Staat» mit wechselnder Parteipräferenz.
Beide Präsidentschaftskandidaten wollen am Donnerstag, dem siebten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September, gemeinsam «Ground Zero» in New York besuchen und der Anschlagsopfer gedenken. Am 11. September müssten alle Amerikaner zusammenstehen, erklärten Obama und McCain. Auch die Wahlkampfspots im Fernsehen sollen an diesem Tag ausgesetzt werden.
