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07. September 2008
Schmidt erwartet scharfen Kassen-Kampf


Berlin - Die für 2009 geplante Einführung des Gesundheitsfonds wird nach Ansicht von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt zu einem scharfen Konkurrenzkampf unter den Krankenkassen führen. «Es wird endlich einen offenen Wettbewerb um die beste Versorgung geben», sagte die SPD-Politikerin der «Sächsischen Zeitung». Der Verband Freie Ärzteschaft warnte unterdessen erneut vor einem dramatischen Mangel an Haus- und Fachärzten.

Schmidt zeigte sich zuversichtlich, dass nach der Einführung des bundesweit einheitlichen Beitragssatzes zur Gesetzlichen Krankenversicherung die Qualität des Angebots in den Vordergrund tritt. «Das sind Maßstäbe, nach denen man eine Krankenkasse beurteilen kann», sagte sie.

Hinzu komme, dass schlecht wirtschaftende Kassen einen Zusatzbeitrag erheben müssten, während gut wirtschaftende Rückerstattungen an ihre Mitglieder zahlen könnten. «Genau da wird sich auch Wettbewerb zwischen den Kassen abspielen. Die Kassen müssen sich anstrengen. Die Versicherten als Kunden können das auch erwarten», sagte Schmidt der «Sächsischen Zeitung». Der Gesundheitsfonds diene aber vor allem dazu, «eine hochwertige Gesundheitsversorgung mit Rekordleistungen» sicherzustellen.

Warnung vor großen Konzernen

Knapp zwei Wochen vor der seit geraumer Zeit angekündigten Großdemonstration niedergelassener Ärzte am 19. September in Berlin warnte der Präsident der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus, im «Westfalen-Blatt» davor, dass es in zwei bis drei Jahren den «Haus- und Facharzt um die Ecke» nicht mehr geben werde. Durch die geplante Umstrukturierung der Gesundheitsversorgung werde es Konzernen ermöglicht, innerhalb weniger Jahre die ambulante und stationäre Versorgung im Sinne einer Gesamtversorgung zu übernehmen. Flächendeckend würden dann Krankenhäuser aufgekauft und an den Kliniken medizinische Versorgungszentren - auch aus Steuergeldern - finanziert.

«Der Gesetzgeber muss sich jetzt ganz klar für den Erhalt der ambulanten Versorgung durch freie Arztpraxen aussprechen. In der ambulanten Versorgung dürfen Kapitalgesellschaften und Investoren keinen Raum haben», sagte Grauduszus dem Blatt.








 
 



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