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07. September 2008
Regierung erfuhr schon 1980 von RAF-Aussteigern in der DDR


Hamburg - Die Bundesregierung hatte nach «Spiegel»-Informationen schon Ende 1980 Informationen über RAF-Aussteiger in der DDR. Sie habe vom Bundesnachrichtendienst (BND) Hinweise darauf bekommen, dass Angehörige der Rote Armee Fraktion sich vom bewaffneten Kampf losgesagt hätten und in der DDR untergetaucht seien, berichtete das Nachrichtenmagazin am Samstag vorab.

Quelle sei ein Palästinenser gewesen, der ab 1979 vier Jahre lang für den Auslandsgeheimdienst gearbeitet habe. Dieser sei Mitglied der militanten palästinensischen Splittergruppe PFLP-SC und Dauergast in militärischen Ausbildungslagern gewesen, in denen auch deutsche Terroristen geschult worden seien. Hinweise des BND an die Bundesregierung seien aber offenbar folgenlos geblieben.

Weiter berichtete der «Spiegel», beim BND sei gemutmaßt worden, dass die Bundesregierung die DDR nicht mit den Erkenntnissen konfrontiert habe, um etwa Reiseerleichterungen für DDR-Bürger nicht zu gefährden. Der Bundesnachrichtendienst war am Samstag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Mitte der 80er Jahre hatten westdeutsche Ermittler konkrete Hinweise darauf erhalten, dass die DDR-Staatssicherheit die RAF-Aussteiger Susanne Albrecht und Silke Maier-Witt aufgenommen hatte, was die DDR bestritt. Nach der Wende wurden insgesamt zehn RAF-Aussteiger in der DDR enttarnt, darunter auch Sigrid Sternebeck und Inge Viett.

Laut «Spiegel» eine Million für RAF-Ausstieg geboten

Ohne Resonanz blieb laut «Spiegel» eine geheim gehaltene Briefaktion des Kölner Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) im Sommer 1980. Dieses habe RAF-Mitgliedern eine Million Dollar in bar und eine neue Identität für den Fall geboten, dass diese den bewaffneten Kampf aufgeben.

Mitarbeiter des BfV hätten Briefe an ein Dutzend RAF-Sympathisanten verfasst, die diese an steckbrieflich gesuchte Illegalen hätten weiterleiten sollen. Dabei hätten sich die BfV-Leute als Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA ausgegeben. Laut «Spiegel» ging jedoch kein RAF-Mitglied auf das Angebot ein. Der Verfassungsschutz wollte sich auf AP-Anfrage am Samstag nicht zu dem Bericht äußern.








 
 



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