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07. August 2008
Finanzmarktkrise lässt Commerzbank nicht aus den Klauen


Frankfurt - Die Finanzmarktkrise lässt die Commerzbank noch nicht los. Die zweitgrößte deutsche Bank meldete am Mittwoch in Frankfurt am Main einen Rückgang beim Nettogewinn im ersten Halbjahr um 20,3 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro, verschönt jedoch durch eine einmalige Steuergutschrift von 386 Millionen Euro. Ohne sie wäre der Gewinn im Vorjahresvergleich sogar um fast 49 Prozent gesunken.

Das vierte Quartal in Folge musste das Institut faule Hypothekenpapiere in dreistelliger Millionenhöhe abschreiben, wenn auch mit rückläufiger Tendenz. Im zweiten Vierteljahr waren es 170 Millionen Euro, im ersten Quartal noch 244 Millionen Euro.

Die US-Immobilienkrise hatte sich erstmals von Juli bis September 2007 mit einer Wertminderung um 291 Millionen in der Commerzbank-Bilanz bemerkbar gemacht. Drei Monate später lagen die Abschreibungen bei 248 Millionen Euro. Seit Beginn der Krise Mitte 2007 hat das Geldhaus somit Wertberichtigungen auf zweifelhafte Hypothekenpapiere von 953 Millionen Euro vorgenommen.

Dazu kam im zweiten Quartal 2008 eine «zusätzliche einmalige Einzelwertberichtigung» in der Sparte Gewerbeimmobilien von 250 Millionen Euro, wie der Konzern mitteilte. Positiv gestaltete sich das Geschäft in den Monaten April bis Juni dagegen vor allem in den Segmenten Privat- und Geschäftskunden sowie Mittelstandsbank, ebenfalls im Geschäftsbereich Mittel- und Osteuropa. Im ersten Halbjahr konnte die Bank den Angaben zufolge knappe 1 Million neue Privatkunden gewinnen, davon 260.000 in Deutschland.

Belastet von den Auswirkungen der US-Subprime-Krise war vor allem das Segment Gewerbeimmobilien mit einem operativen Verlust von 222 Millionen Euro im zweiten Quartal und 165 Millionen Euro im ersten Halbjahr. Vor Jahresfrist und damit noch vor Beginn der Finanzmarktkrise hatte der Bereich mit 317 Millionen Euro operativem Halbjahresgewinn noch zu den größten Aktivposten der Bank gezählt.

Der neue Commerzbank-Chef Martin Blessing wertete das Ergebnis insgesamt positiv. Das Geschäftsmodell der Bank habe sich «auch unter den spürbar verschlechterten Rahmenbedingungen als nachhaltig profitabel erwiesen», erklärte er. Die Commerzbank sei «auch für externes Wachstum gut aufgestellt». Sie werde aber «eine Akquisition nur dann tätigen, wenn es für die Commerzbank Sinn macht», also Mehrwert für Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter schaffe. Die Commerzbank gilt als interessiert an einer Übernahme der Dresdner Bank.

Vorsichtiger Ausblick

Für den weiteren Jahresverlauf bleibt die Ausblick freilich vorsichtig. «Die Commerzbank-Gruppe war im 1. Halbjahr 2008 erfolgreich», erklärte Finanzvorstand Eric Strutz. «Unser Ausblick vom Mai des Jahres bleibt unverändert: Angesichts weiter volatiler Märkte gehen wir nach wie vor davon aus, dass es - ohne Berücksichtigung des Steuerertrags - sehr schwer werden dürfte, im Gesamtjahr das gute Ergebnis des Vorjahres zu erreichen.»

An der Börse in Frankfurt am Main wurden die Zahlen der Commerzbank schlecht aufgenommen. Die Aktie rutschte ans Ende des Deutschen Aktienindexes DAX und verlor zeitweise fast 5 Prozent.






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