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07. August 2008
Gedenkstätte Hohenschönhausen


Berlin - Das ehemalige Gefängnis der Staatssicherheit der DDR wurde 1992 unter Denkmalschutz gestellt und zwei Jahre später zur Gedenkstätte erklärt. Sie wird mittlerweile von über 200.000 Menschen pro Jahr besucht, darunter fast die Hälfte Schüler. Meist werden sie von ehemaligen Häftlingen über das Gelände geführt. Bis 2011 soll eine Dauerausstellung eingerichtet werden. Für die Umbauten stehen 13 Millionen Euro zur Verfügung, für Einrichtung der Dauerausstellung weitere drei Millionen Euro.

Auf dem Gelände befand sich ursprünglich eine Großküche der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt. Der 1939 fertiggestellte Backsteinbau wurde im Mai 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und zu einem Sammellager umfunktioniert. Von hier aus wurden 20.000 Gefangene in andere sowjetische Lager transportiert. Wegen der katastrophalen hygienischen Bedingungen und der schlechten Verpflegung kamen von Juli 1945 bis zur Auflösung des Lagers im Oktober 1946 Schätzungen zufolge über 3.000 Menschen ums Leben. Inhaftiert war hier unter anderem der Schauspieler Heinrich George.

In dem leerstehenden Fabrikgebäude entstand wenig später das zentrale sowjetische Untersuchungsgefängnis. Häftlinge mussten fensterlose, bunkerartige Zellen errichten. Die Verhöre fanden vor allem nachts statt und waren von körperlicher Gewalt begleitet.

Nach Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit übernahm dieses im März 1951 das Kellergefängnis. In den gruftartigen Zellen saßen hier Menschen, die sich der kommunistischen Diktatur widersetzt hatten, unter anderem auch Reformkommunisten wie der Leiter des Aufbau-Verlags Walter Janka. Ende der 50er Jahre mussten die Häftlinge einen Neubau mit über 220 Zellen und Vernehmerzimmern errichten. Bis 1989 saßen hier rund 20.000 Menschen ein.

Der zwei Hektar große Gefängniskomplex war Teil eines geheimen Sperrbezirks, den zu DDR-Zeiten kein «normaler» Bürger betreten durfte. Inhaftiert waren vor allem Leute, die versucht hatten zu fliehen oder wegen ihrer politischen Meinung verfolgt wurden, darunter der Dissident Rudolf Bahro und der Schriftsteller Jürgen Fuchs. Statt mit physischer Gewalt wurden sie mit psychologischen Methoden zermürbt. Nach der friedlichen Revolution 1989 wurde das Gefängnis im Oktober 1990 geschlossen.

Besuchergruppen könne die Gedenkstätte täglich zwischen 09.00 und 18.00 Uhr besichtigen. Mindestens zwei Mal am Tag findet ein öffentlicher Rundgang für Einzelbesucher statt. Der Eintritt beträgt vier, ermäßigt zwei Euro. Schüler haben freien Zutritt.






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