Eine Sanierung des Gotthard-Straßentunnels wird rund zehn Jahre früher nötig als erwartet. Dies haben Untersuchungen des Schweizer Bundesamts für Straßen (ASTRA) ergeben. Nun werden Lösungen für die Verkehrsregelung während der Bauphase gesucht. Die Kosten für die Sanierung schätzt das Amt auf 300 bis 500 Millionen Franken (184 Millionen bis 307 Millionen Euro).
Auf Grund neuester Analysen und Expertenberichte muss davon ausgegangen werden, dass der Anfang 80er Jahre eröffnete Gotthard-Straßentunnel bereits in rund zehn Jahren saniert werden muss, wie ASTRA-Sprecher Thomas Rohrbach einen Bericht der «Berner Zeitung» (Mittwochsausgabe) bestätigte. Grund sind die elektromechanischen Systeme wie Lüftung oder Beleuchtung. Aber auch an der Betonröhre werden laut Rohrbach bis dahin Maßnahmen nötig. Der ASTRA-Sprecher betonte: «Der Tunnel ist sicher, wir wollen aber das Risiko eines Betriebsproblems ausschließen.»
Die größte Herausforderung bei der Totalsanierung wird die Verkehrsführung während der Bauarbeiten sein. «Auf Grund unserer heutigen Einschätzung kommen wir um eine Sperrung nicht herum», sagte Rohrbach. Für das Bundesamt sind derzeit zwei Varianten denkbar. Wird die Sanierung in einem Zug durchgezogen, muss mit einer Dauer von rund einem Jahr gerechnet werden. Als zweite Möglichkeit könnten die Arbeiten dann durchgeführt werden, wenn die Passstraße offen ist. So würden sie auf mehrere Jahre verteilt, sich aber auch auf die Reisezeit konzentrieren.
