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07. August 2008
Foodwatch kritisiert mangelnde Information über Uran im Trinkwasser


Frankfurt - Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch fordert Angaben über die Uranbelastung des Trinkwassers auf der Rechnung. «Die Informationshoheit der Beamten zählt mehr als das Informationsrecht der Bürger», kritisierte Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode in der «Berliner Zeitung». «Deshalb fordern wir die Informationspflicht auf der Wasserrechnung, und zwar sobald der Wert über zwei Mikrogramm liegt, also der für Säuglingsnahrung geltenden Obergrenze.» Nach gesetzlichen Vorgaben müssten schon heute Verbraucher bei Gefahren für die Gesundheit informiert werden.

Die Versorger warnten unterdessen vor übertriebener Aufregung. «Die Debatte ist nichts Neues», sagte Berthold Niehus, Bereichsleiter bei der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (DVGW) in Bonn, der «Frankfurter Rundschau». Die Uran-Werte seien bekannt. Zudem gelte für die meisten deutschen Regionen Entwarnung; betroffen seien einzelne «Hotspots».

Die DVWG vertritt dem Bericht zufolge 1.500 der insgesamt 6.400 Wasserversorger bundesweit, darunter die größeren. Viele, besonders in Bayern und Baden-Württemberg, seien aber sehr kleine Unternehmen, sagte Niehus. «Da hat der Bürgermeister sein eigenes Wasserwerk.»

Städtebund spricht von Einzelfällen

Bereits im April habe der Verband seine Wasserwerke angeschrieben und auf Lösungsmöglichkeiten hingewiesen, erklärte er: Oftmals reiche es, die Zulauf-Bereiche von Brunnen abzuschotten. Das Uran trete meist in «Nestern» in der Erde auf. «Wenn ein Brunnen zufällig in ein solches Nest abgeteuft wurde, kann ein nahe gelegener anderer bereits gering belastet sein.» Außerdem könne man belastetes Wasser mit weniger belastetem mischen, um niedrige Werte zu bekommen.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund betonte, die Kommunen nähmen das Problem ernst. Trinkwasser in Deutschland sei «das bestkontrollierte Lebensmittel in Europa», sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Hinsichtlich des erhöhten Urangehalts handele es sich «nur um ein punktuell auftretendes Problem».

Zum einen komme Uran auch in der Natur vor; zum anderen gebe es «bis dato keinen verbindlichen Grenzwert, sondern lediglich Richtwerte». Die von der Verbraucherorganisation Foodwatch erhobene Studie habe in 98 Prozent der Fälle einen Messwert ermittelt, der deutlich unter dem Richtwert des Umweltbundesamtes von 10 Mikrogramm pro Liter liege.

Wenn Bund und Länder verbindliche Grenzwerte vorschreiben wollten, müssten sie zugleich sicherstellen, dass «die damit verbundenen Kosten für zusätzliche Uranfilteranlagen auch finanziert werden», forderte Landsberg.






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