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07. August 2008
Ministerium prüft Einführung eines Uran-Limits für Trinkwasser


Frankfurt - Angesichts der Uran-Belastung von Trinkwasser in Teilen Deutschlands hat das Umweltbundesamt an die Verbraucher appelliert, bei Wasserlieferanten Druck zu machen. «Gehen Sie zu Ihren Versorgern und fragen Sie kritisch, wie hoch die Uran-Belastung ist, ob der Leitwert eingehalten wird und was getan wird, um das Uran aus dem Wasser zu filtern», sagte UBA-Sprecher Martin Ittershagen der AP. Ein Herausfiltern des giftigen Schwermetalls sei möglich. Gleichzeitig warnte das Umweltbundesamt vor Panik.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte zuvor angeprangert, dass die Uran-Belastung in manchen Regionen Deutschlands um das Drei- oder Vierfache über dem Richtwert von zehn Mikrogramm pro Liter liegt. Foodwatch-Chef Thilo Bode warf der Bundesregierung eine «schwerwiegende Verletzung der Fürsorgepflicht» vor. Die Behörden müssten eingreifen, wenn der Uran-Wert zehn Mikrogramm überschreite, sagte er bei N24.

Das Ministerium wies den Vorwurf zurück: «Wir haben keinen Fehler gemacht. Für die Umsetzung der Trinkwasserverordnung sind die Kommunen verantwortlich», sagte Sprecher Klaus Vater. Man prüfe derzeit die Einführung eines rechtlich bindenden Uran-Limits: «Es wird darüber diskutiert, ob ein Grenzwert von zehn Mikrogramm pro Liter erlassen werden soll», erklärte er.

Bisher gibt es in Deutschland keinen allgemeinen Grenzwert für den Uran-Gehalt des Trinkwassers. In der Trinkwasserverordnung ist lediglich festgelegt, dass Trinkwasser so beschaffen sein muss, dass «keine Schädigung der menschlichen Gesundheit» zu befürchten ist. Die Einhaltung obliege den Kommunen, betonte das Gesundheitsministerium.

Der UBA-Trinkwassertoxikologe Hermann Dieter sagte der AP, eine Uran-Belastung des Trinkwassers sei bis zu zehn Mikrogramm pro Liter unbedenklich. «Doch wer sein Leben lang einer höheren Belastung ausgesetzt ist, muss statistisch ab dem 70. Lebensjahr mit einer leichten Nierenschädigung rechnen.»

Höchster Uran-Wert in Unterfranken

Laut Foodwatch ist das Leitungswasser in manchen Regionen Deutschlands erheblich mit Uran belastet: In 150 von 8.000 Proben habe der Anteil des giftigen Schwermetalls über dem UBA-Leitwert gelegen. Der höchste erhobene Wert wurde demnach vom Gesundheitsamt im unterfränkischen Landkreis Haßberge für den Ort Maroldsweisach gemessen, er lag bei 39,9 Mikrogramm Uran pro Liter Wasser. In Lobenrot im Landkreis Esslingen bei Stuttgart habe die Belastung bei 33 Mikrogramm pro Liter gelegen.

Auch das Wasserwerk Reimershagen im Landkreis Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) gehört laut Foodwatch mit gemessenen 30,08 Mikrogramm in diese Kategorie. Die Organisation hat die Daten nach eigenen Angaben von den zuständigen Landesministerien angefordert, allein Hessen habe keine Informationen zur Verfügung gestellt. Im Trinkwasser kommt Uran überall dort vor, wo es Granitgestein gibt.

Länder fordern einheitlichen Grenzwert

«Uran im Trinkwasser hat toxische Wirkung. Das schädigt die Nieren», sagte Bode. Nicht umsonst gebe es den Richtwert des Umweltbundesamtes. Die Bundesregierung habe es versäumt dafür zu sorgen, dass dieser Leitwert nicht überschritten werde.

Druck auf das Bundesgesundheitsministerium kommt auch aus den Ländern. Die rheinland-pfälzische Verbraucherschutzministerin Margit Conrad (SPD) erklärte, ihr Land habe Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) bereits im März aufgefordert, einen einheitlichen Uran-Höchstwert festzusetzen. Unterstützung erhielt sie aus Sachsen-Anhalt.



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