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07. August 2008
Knapp die Hälfte der Krankheitskosten fallen im Alter an


Wiesbaden - Fast die Hälfte der Ausgaben im deutschen Gesundheitssystem fallen für ältere Menschen an. Für Kranke ab 65 Jahren entstanden 2006 Kosten von rund 111,1 Milliarden Euro, was 47 Prozent der Gesamtsumme von 236,0 Milliarden Euro für alle Altersgruppen ausmacht. Dies geht aus der neuesten Berechnung zu den Gesundheitsausgaben hervor, die das Statistische Bundesamt am Dienstag vorlegte.

Seit der ersten entsprechenden Statistik 2002 nahmen die Krankheitskosten allein der 65-Jährigen und Älteren bis 2006 um 16,5 Milliarden Euro zu. Insgesamt stiegen die Ausgaben dem Bundesamt zufolge in diesem Zeitraum um 17,2 Milliarden Euro. Allerdings nahm gleichzeitig auch die Anzahl an Senioren zu. Der Anteil der Bundesbürger ab 65 Jahren an der Bevölkerung lag 2006 bei 19,5 Prozent, 2002 waren es noch 17,3 Prozent gewesen.

Daher fällt die Zunahme der Krankheitskosten bei den Älteren pro Bundesbürger nicht so stark aus. Im Vergleich zu 2002 stiegen die Kosten für Kranke ab 65 Jahren pro Kopf um 4,0 Prozent auf 6.910 Euro, was ein Plus von 270 Euro bedeutet. In der Altersgruppe unter 65 Jahre erhöhten sich die Krankheitskosten pro Kopf um 3,5 Prozent oder 60 Euro auf 1.880 Euro.

Allerdings kann ein Anstieg der Kosten im Gesundheitssystem durchaus auch positiv bewertet werden. «Gesundheit ist ein volkswirtschaftlich wichtiger Faktor», sagte Klaus-Dirk Henke von der Technischen Universität Berlin der AP. Wer da Ausgaben streiche, spare möglicherweise am falschen Ende. Denn gesunde Erwerbstätige oder beispielsweise im Ehrenamt aktive Rentner nutzten auch der Gesellschaft. Zudem flössen die Ausgaben mit dem Gesundheitssystem in eine Branche mit vielen Beschäftigten, erklärte Henke.

Mehrere Erkrankungen und häufiger zum Arzt

Der hohe Anteil der Kosten für Senioren hat dem Gesundheitsökonomen zufolge mehrere Gründe. Die Häufigkeit von Krankheiten nehme mit dem Alter einfach zu. Ältere Menschen hätten oft mehrere Erkrankungen und gingen öfter zum Arzt. Dazu kämen die Ausgaben für die Pflege, berichtete Henke.

Vier Krankheitsgruppen verursachten nach der Statistik 2006 mehr als die Hälfte der Gesundheitsausgaben für ältere Menschen. Den größten Anteil machten mit 24,6 Milliarden Euro Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. Mit Abstand folgten bei dieser Altersstufe Muskel-Skelett-Krankheiten, die 13,1 Milliarden Euro Kosten verursachten, psychische und Verhaltensstörungen mit 12,7 Milliarden Euro und Krankheiten des Verdauungssystems mit 9,8 Milliarden Euro.






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