Nivea, tesa und andere Produkte von Beiersdorf werden ab dem nächsten Jahr teurer. Der Kosmetik- und Klebstoffhersteller kündigte in Hamburg an, seine Verkaufspreise anzuheben, da die gestiegenen Rohstoffkosten nicht mehr aufgefangen werden könnten. Zugleich meldete der Konzern einen deutlichen Anstieg bei Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr 2008. Der Konzernumsatz betrug wechselkursbereinigt rund 3,09 Milliarden Euro und lag damit 11,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes.
«Bei einem organischen Wachstum von 8,3 Prozent wächst Beiersdorf mindestens doppelt so schnell wie der Markt und gewinnt in den strategischen Wachstumsregionen Marktanteile hinzu», erklärte Vorstandschef Thomas Quaas. Das betriebliche Ergebnis (EBIT) ohne Sondereffekte wuchs um 12,7 Prozent auf 392 Millionen Euro. Nach Steuern und ohne Sondereffekte wies der Konzern einen Gewinn von 282 Millionen Euro aus.
Vor allem aufgrund der Straffung der Strukturen von Fabriken und Lagern konnte Beiersdorf nach eigenen Angaben kostengünstiger arbeiten. In Folge von Zentralisierungen seien beispielsweise Transportkosten eingespart worden. «Beiersdorf kann sich von den steigenden Preisen im weltweiten Rohstoffmarkt aber nicht abkoppeln und wird im nächsten Jahr seine Verkaufspreise dieser Entwicklung anpassen», kündigte Quaas an.
Dies bezieht sich nach Angaben einer Unternehmenssprecherin auf alle Produkte, besonders auf die Kernmarken. «Im wesentlichen geht es um den Preis für Mineralöl.» Dies betreffe neben den Transportkosten auch die Herstellung von Verpackungen wie Plastikflaschen sowie Bestandteile einzelner Produkte, beispielsweise Treibgase bei Deos. Zur Höhe der Preissteigerungen konnte die Sprecherin keine Angaben machen. Diese könnten je nach Markt sehr unterschiedlich ausfallen.
Positive Aussicht für 2008
Für das Jahr 2008 rechnet Beiersdorf damit, dass der weltweite Kosmetikmarkt mit drei bis vier Prozent Wachstum seinen langjährigen Trend fortsetzen wird. Besonders in Osteuropa, Lateinamerika und Asien gehe man von deutlichen Wachstumssteigerungen aus. Nach den guten Zahlen des ersten Halbjahres kann Beiersdorf nach eigenen Angaben für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum aus eigener Kraft erreichen, das über den Marktentwicklungen liegt.
Zu der bisher positiven Entwicklung trug vor allem der Unternehmensbereich Consumer bei, zu dem neben Nivea unter anderem die Marken Eucerin, Labello, 8x4 und Hansaplast gehören. Hier stieg der Umsatz wechselkursbereinigt um 12,4 Prozent auf 2,649 Milliarden Euro. Das EBIT ohne Sondereffekte wuchs um 12,9 Prozent auf 343 Millionen Euro. Allein der Nivea-Umsatz legte weltweit um 10,4 Prozent zu. Das Geschäft von Beiersdorf umfasst nach eigenen Angaben mehr als 200 Länder. Derzeit arbeiten weltweit knapp 22.300 Beschäftigte für das Unternehmen.
Erfolge in Asien - Umsatz in Nordamerika gesunken
Vor allem in der Region Afrika/Asien/Australien war Beiersdorf mit dem Bereich Consumer erfolgreich. Wechselkursbereinigt stieg der Umsatz dort um 43,4 Prozent. Allein die Nivea-Gesellschaft in China konnte ihren Umsatz um 43,8 Prozent steigern. In Lateinamerika wurde ein Umsatzwachstum von 25,3 Prozent verzeichnet, in Osteuropa ein Plus von 19,0 Prozent. Um 1,2 Prozent zurück ging der Umsatz hingegen in Nordamerika.
Der Umsatz des Geschäftsbereichs tesa konnte wechselkursbereinigt um 6,6 Prozent auf insgesamt 442 Millionen Euro gesteigert werden. Das Ebit stieg von 47 Millionen Euro im Vorjahr auf 49 Millionen Euro.
