CSU-Chef Erwin Huber hält langfristig eine Abschaffung der Erbschaftsteuer für sinnvoll. «Deutschland muss mittelfristig darüber nachdenken, ob die Erbschaftsteuer eine Zukunft hat. Wir müssen uns mit der Tatsache auseinandersetzen, dass immer mehr Nachbarländer die Erbschaftsteuer abschaffen und die Erbschaftsteuer bei uns zu einem Standortnachteil zu werden droht», schrieb Huber in einem Beitrag für die «Rheinische Post».
Zugleich erklärte er aber, dass die Steuergerechtigkeit gebiete, «dass eine mögliche Ablösung der Erbschaftsteuer nur erfolgen kann, wenn die soziale Gerechtigkeit im Steuersystem gewahrt bleibt. Für eine solche Entscheidung ist es jetzt zu früh.»
Huber rechnete vor, dass Bayern eigentlich geringere Erbschaftsteuersätze zahlen müssten als etwa Schleswig-Holsteiner. «Ein großes Problem für die Steuergerechtigkeit ist das Nord-Süd-Gefälle bei den Grundstückswerten. Ein Einfamilienhaus kostet in Schleswig-Holstein deutlich weniger als in Bayern oder Baden-Württemberg.»
Da «Omas Häuschen» überall in Deutschland von der Erbschaftsteuer verschont bleiben müsse, forderte Huber: «Wir treten für eine Regionalisierung der Erbschaftsteuer bei den Freibeträgen ein. Damit kann jedes Land für sein Gebiet die Freibeträge festlegen und sicherstellen, dass das Elternhaus an die Kinder vererbt und nicht wegen der Erbschaftsteuer verkauft werden muss.»
