Die Aids-Stiftung des früheren US-Präsidenten Bill Clinton will sich beim Kampf gegen die Immunschwächekrankheit auf die Vereinigten Staaten konzentrieren. Clinton sagte auf der 17. Welt-Aids-Konferenz in Mexiko, dass er von einer Studie angetrieben werde, nach der in den USA 40 Prozent mehr Menschen an Aids erkrankt sind als bislang angenommen. Die Hälfte von ihnen sind Schwarze. «Das sollte eine Warnung für Amerikaner sein», sagte Clinton.
Rund 95 Prozent der HIV-infizierten Menschen leben allerdings in Entwicklungsländern. Weltweit gehört Aids zu den häufigsten krankheitsbedingten Todesursachen. Weltweit leiden mehr als 33 Millionen Menschen an der Krankheit, und jedes Jahr kommen rund 2,5 Millionen Neuinfektionen hinzu.
In diesem Zusammenhang kritisierte der SPD-Gesundheitsexperte Wolfgang Wodarg die Pharma-Industrie. Mit der Erfolgswerbung, dass man mit der Krankheit bis zu 40 Jahre weiterleben könne, wecke sie die Hoffnung, dass Aids gar nicht mehr so schlimm sei, sagte er in einem Interview von NDR Info. Das lasse die Menschen leichtsinniger werden. «Und das ist natürlich eine fürchterliche Nebenwirkung dieser Werbung», sagte Wodarg. Er sprach sich deswegen für ein generelles Werbeverbot für Medikamente aus.
Außerdem plädierte Wodarg für die Schaffung eines internationalen Fonds, der die Aids-Forschung finanziert. Die Ergebnisse seien dann jedem frei zugänglich, könnten kopiert und nachgebaut werden - überall in der Welt und sehr preisgünstig. Das würde Abhilfe schaffen für das Problem, das es derzeit mit den teuren, patentgeschützten Medikamenten gebe, die von vielen Menschen benötigt würden, aber oft nicht finanziert werden könnten.
Die 17. Internationale AIDS-Konferenz wurde am Sonntag von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mit dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón eröffnet. An dem Treffen in Mexiko-Stadt, das bis zum 8. August dauert, nehmen mehr als 20.000 Experten und 3.000 Journalisten teil.
