Die Finanzmarktkrise hat das Ergebnis der Commerzbank das vierte Quartal in Folge belastet. Der Nettogewinn sank im ersten Halbjahr 2008 um 20,3 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Allerdings gehen die Wertminderungen zurück. Im zweiten Quartal schrieb die zweitgrößte deutsche Bank 170 Millionen Euro vor allem auf faule Kreditpapiere ab. Im ersten Quartal 2008 waren es noch 244 Millionen Euro. Das Geldinstitut bestätigte am Mittwoch in Frankfurt am Main die im Mai gesenkte Prognose für das Gesamtjahr.
Freundlicher gestaltet wurde die Bilanz durch einen einmaligen Steuereffekt von 386 Millionen Euro aus der Aktivierung von Verlustvorträgen. Ohne diese Gutschrift wäre der Gewinn für das Halbjahr sogar um fast 49 Prozent gesunken. Belastet wurde die Bilanz durch eine «zusätzliche einmalige Einzelwertberichtigung» in der Immobiliensparte der Bank von 250 Millionen Euro, wie der Konzern mitteilte.
Die Commerzbank wertete die Entwicklung dennoch insgesamt positiv. Das operative Ergebnis im zweiten Quartal habe gegenüber den ersten drei Monaten der Jahres um 11,3 Prozent auf 484 Millionen Euro zugelegt. Es lag damit allerdings immer noch 55 Prozent unter dem Wert des zweiten Quartals 2007. «Die Commerzbank ist auf Spur, der profitable Wachstumstrend intakt», erklärte Vorstandssprecher Martin Blessing. Bei den Privat- und Geschäftskunden wurde nach der Zwischenbilanz sogar ein Rekordquartal erzielt. Auch die Segmente Mittelstandsbank und Mittel- und Osteuropa entwickelten sich gut.
Vorsichtiger Ausblick
Für den weiteren Jahresverlauf bliebt die Ausblick freilich vorsichtig. «Die Commerzbank-Gruppe war im 1. Halbjahr 2008 erfolgreich», erklärte Finanzvorstand Eric Strutz. «Unser Ausblick vom Mai des Jahres bleibt unverändert: Angesichts weiter volatiler Märkte gehen wir nach wie vor davon aus, dass es - ohne Berücksichtigung des Steuerertrags - sehr schwer werden dürfte, im Gesamtjahr das gute Ergebnis des Vorjahres zu erreichen.»
Die US-Immobilienkrise hatte sich erstmals im dritten Quartal 2007 mit einer Abschreibung von 291 Millionen in der Commerzbank-Bilanz bemerkbar gemacht. Im vierten Quartal lagen die Abschreibungen bei 248 Millionen Euro.
Die Commerzbank-Aktie gab bis zum Mittag in einem insgesamt freundlichen Umfeld gut 2 Prozent nach und gehörte damit zu den größten Verlierern im DAX.
