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07. August 2008

(Update) - Mehr als doppelt so viele Flachlandgorillas wie vermutet



Edinburgh - Tief in den Wäldern der Republik Kongo leben mehr als 125.000 Gorillas, die bisher in keinem Bestandsverzeichnis geführt wurden. Somit gebe es mehr als doppelt so viele Westliche Flachlandgorillas (Gorilla gorilla gorilla) wie bislang angenommen, teilten Primatenforscher auf einer Fachkonferenz in Edinburgh mit.

«Das ist eine sehr bedeutsame Entdeckung», sagte die zu dem Forscherteam gehörende Biologin Emma Stokes. «Sie wurden bisher nicht registriert, weil sie in sehr entlegenen Gebieten leben, die kaum zugänglich sind.» Dabei handelt es sich um zwei waldreiche Regionen im Norden der Republik Kongo (Kongo-Brazzaville). Die neue Studie wurde von der Wildlife Conservation Society in New York und der kongolesischen Regierung vorgenommen.

Der Biologe Craig Stanford von der University of South Carolina sprach von einer «guten Nachricht, wie wir sie bei dem Schutz sehr gefährdeter Tiere selten bekommen». Die neuen Bestandsergebnisse müssten aber noch in weiteren Untersuchungen bestätigt werden.

Der Westliche Flachlandgorilla ist eine von vier Unterarten des Gorillas, die sämtlich als akut gefährdet eingestuft werden. Bislang wurde geschätzt, dass es nur noch weniger als 100.000 Tiere dieser Unterart gibt. Aber diese Daten stammen aus den 80er Jahren. Und seitdem ist der Bestand aufgrund von Krankheiten wie Ebola und anhaltender Jagd auf das «Bush Meat» weiter geschrumpft.

Stokes warnte, dass die neue Bestandsschätzung nicht dazu verleiten dürfe, die Erhaltung des Gorillas nun als gesichert zu betrachten. Die Menschenaffen seien weiterhin bedroht. «Ebola kann in kurzer Zeit tausende ausrotten», sagte die Biologin.

«Was in Südostasien passiert, ist schrecklich»

Auf dem Kongress der International Primatological Society in Edinburgh wurde eine neue Studie vorgelegt, wonach fast die Hälfte aller 634 Primatenarten vom Aussterben bedroht ist. Als Ursachen wurden die Abholzung der Wälder und die Jagd genannt. Betroffen sind vor allem Asien und Afrika. Zu der Säugetiergattung der Primaten zählen alle Arten von Affen und Halbaffen. Biologisch sind sie die nächsten Verwandten des Menschen.

In Asien sind mehr als 70 Prozent aller Primartenarten auf der Roten Liste als gefährdet, stark gefährdet oder als vom Aussterben bedroht eingestuft. «Was in Südostasien passiert, ist schrecklich», sagt Jean-Christophe Vie, stellvertretender Vorsitzender des Artenschutzprogramms der International Union for Conservation of Nature (IUCN). In Afrika seien 11 von 13 verschiedenen Arten der Roten Stummelaffen (Piliocolobus) stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Manche Arten der kleinen, rostfarbenen Affen seien seit über 25 Jahren nicht mehr gesichtet worden.

Noch sei es nicht zu spät, die Primaten vor dem Aussterben zu retten, sagte der Artenschützer Russell Mittermeier. So sei das Rotsteißlöwenäffchen (Leontopithecus chrysopygus) seit 2003 nicht mehr vom Aussterben bedroht, sondern nur noch stark gefährdet. Nach dem Bericht der Primatologen wurden seit 2000 insgesamt 53 verschiedene Arten neu entdeckt, davon allein 40 auf Madagaskar.






 

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