Der durchschnittliche Krankenkassenbeitrag liegt weiter knapp unter 15 Prozent. Dies teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage offiziell mit und widersprach damit Spekulationen aus Kassenkreisen, die Schwelle sei bereits übersprungen. Nach offiziellen Berechnungen des Ministeriums liegt der Satz im Durchschnitt aktuell bei 14,92 Prozent, einschließlich des von den Arbeitnehmern allein gezahlten Sonderbeitrags.
Damit sind die Krankenkassen allerdings wenige Monate vor Start des Gesundheitsfonds bereits so teuer wie nie zuvor. Es wird damit gerechnet, dass der im Herbst bundeseinheitlich festgelegte neue Beitragssatz für 2009 noch darüber liegen wird. Hintergrund sind rasch steigende Arzneimittelkosten sowie politische Zusagen an die Ärzte, die 2,5 Milliarden Euro mehr Honorar bekommen sollen, und an die Krankenhäuser, denen rund drei Milliarden Euro in Aussicht gestellt wurden.
Der Spitzenverband der Krankenkassen äußerte sich deshalb auf AP-Anfrage besorgt. «Der Anstieg auf fast 15 Prozent zeigt, dass bei den Kassenfinanzen wirklich Druck im Kessel ist», erklärte Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbands. «Jede Mehrausgabe, wie zum Beispiel die Honorarforderungen der Ärzte, muss sich daran messen lassen, ob dies der besseren Versorgung der Versicherten dient.»
