Ihr Standort: Home -> News
  


07. August 2008
Der Grabmacher und sein Sohn


Frankfurt - Sein Vater sei Totengräber, sagt der Autor Maarten "t Hart. Gegen diese Berufsbezeichnung wehrt sich der Vater mit aller Entschiedenheit: Er sei Grabmacher, sagt er. Er will, dass sein Sohn Arzt wird, aber zunächst will er ihn von den Büchern weg locken und baut mit ihm einen Drachen. Rund um diesen Flieger ranken sich die komischen und auch traurigen Geschichten einer Lebensphase des Vaters und Grabmachers in einem kleinen niederländischen Dorf.

Der Grabmacher hat einen geregelten Tagesablauf, auf dem Dorffriedhof leisten ihm ein zahmer Reiher und ein Taubstummer Gesellschaft. Punkt fünf Uhr geht er nach Hause. Getreulich besucht er die Gottesdienste der orthodox-reformierten Kirche - in der Bibel kennt er sich aus wie kaum ein zweiter.

Seine Welt gerät aus den Fugen, als er die katholische Frau Rabenvanger beerdigt und ein schweres Holzkreuz geliefert wird. An dem Kreuz hängt eine Jesusfigur und das geht nach Ansicht des Grabmachers nicht: Auf reformierten Friedhöfen gibt es keine Jesusse an den Kreuzen. Aber er fügt sich und zieht daraus noch einen Vorteil. Aus dem Verpackungsmaterial lässt sich ein toller Drachen für seinen Sohn basteln.

Der Stubenhocker soll an die frische Luft und nicht immer nur Bücher lesen. Als der Drachen eines Abends davon fliegt, ist der Junge nicht unglücklich. Aber auch nicht, als er ihn viel später im Armenviertel in einem Fenster stehen sieht und tatsächlich wieder bekommt. Damit ist auch die folgenschwere Bekanntschaft gemacht mit der Familie des Teerarbeiters Ginus und seiner liederlichen Tochter Machteld. Das lässt sich zunächst gut an: Ginus wird als Assistent auf dem Friedhof angestellt.

Die Gemeinde bewilligt den Helfer aber nicht uneigennützig. Sie will nämlich, dass der Grabmacher den katholischen Friedhof in der Nähe räumt und die Toten umbettet. Der Vater und auch Ginus weigern sich standhaft. Nicht der Pfarrer, nicht die Gemeindebehörden, nicht der Bürgermeister und auch keine Kommission vermögen den eigensinnigen, widerborstigen Mann zu erweichen.

Er bewirbt sich sogar in Delft um eine Stelle, um der drohenden Arbeit zu entgehen. Dass er dort abgelehnt wird und dass die Gemeinde schließlich einen anderen Weg findet, um den katholischen Friedhof zu räumen, kann der Vater nur schwer schlucken. Zu beißen hat auch der Sohn, der von Machteld konsequent ignoriert wird.

Die Friedhof-Erlebnisse des Vaters und die ersten Liebesnöte des Sohnes sind die Geschichten dieses Buchs. Wunderbar zeichnet der Autor den schrulligen Grabmacher und seinen sturen Assistenten, der verbittert ist, weil er nicht weiter lernen durfte und sich um keinen Preis von seiner Bibel-Auslegung abbringen lässt. Es ist ein unverkennbares "t Hart-Buch: Authentisch, amüsant, flüssig geschrieben und leicht zu lesen. Unterhaltung im besten Sinn. (Sonja Kolb)






Anzeige:


 
 



* kostenlos, 2x täglich
 

Google

Kassensitz

Mein Vater

Selbsthilfe

Schonfrist? - für wen?

Volksverblödung in 3Sat

Postengeschacher und Intrigen

Keine Koalition mit der SPD

Die Lügen eines Überwachungsstaates

Austund RAF

Kinder in den USA nehmen drei Mal mehr Psycho ...


- Anzeige -

 


- Anzeige -

 

Copyright by net-tribune | Impressum | Optimiert für 1024 x 768 pxl Top