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07. August 2008
Das perfekte Doping


Frankfurt - Bereits vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking sind mehrere Doping-Fälle aufgeflogen. Und es geht auch ein neues Gespenst um: Gen-Doping. Was noch nach Fiktion aussieht, könnte bald schon Wirklichkeit werden, ist es vielleicht schon. Das perfekte Doping sozusagen. Von dieser Annahme geht der spannende Krimi «Lauf um mein Leben» von Beat Glogger aus.


Jesse Brown heißt sein Super-Sprinter, er scheint unbezwingbar und sauber aus Überzeugung. Doch kurz vor den Olympischen Spielen gibt es in Leichtathletik-Kreisen mehrere Tote, man redet von Gen-Doping als Ursache. Auch Jesse gerät in Verdacht, und er selber verdächtigt seinen Trainer Emilio Batista. Als Jesse die Zusammenarbeit mit ihm beenden will, wird seine Freundin Lene entführt.


Die Dopingfahnder arbeiten derweil auf Hochtouren: Thierry Velan vom Laboratoire Suisse d"Analyse du Dopage (LAD) befürchtet Schlimmstes: Die Doper sind möglicherweise bereits beim Gen-Doping angelangt. Eine außergewöhnlich große und muskulöse Labormaus gibt ihm Hinweise. Sie hat einen Gen-Defekt: Das Myostatin-Gen, das das Muskel-Wachstum reguliert, ist ausgeschaltet. Auch beim Menschen könnte dieses Gen manipuliert werden. Damit würde Doping vom menschlichen Körper selber produziert, es gäbe rein gar nichts mehr nachzuweisen.


Zusammen mit dem Arzt Steffen Brenn aus Berlin will Velan die Hintermänner der neuen Methode aufspüren. Sie kommen ihnen auch gefährlich nahe. Und der letzte Schlüssel zum Geheimnis könnte Jesse sein.


Glogger ist von Haus aus Wissenschaftsjournalist und hat die möglichen Methoden des Gen-Dopings akribisch recherchiert. Zudem ließ sich der Autor - selbst ein ehemaliger Spitzen-Leichtathlet - von renommierten Fachleuten beraten und begleiten. Entstanden ist ein fesselnder Krimi, geschickt aufgebaut auf den zwei Ebenen der Athleten und der Dopingfahnder.


Dass der Roman rechtzeitig zu den Olympischen Spielen erscheint, ist zwar geschicktes Agenda-Setting, und dass der Autor manchmal gar dick aufträgt, sei ihm verziehen. Nachdenklich stimmt die Geschichte aber allemal. Wiewohl (noch) Fiktion, scheint es zumindest nicht ausgeschlossen, dass sie Wirklichkeit wird, wenn sie es denn nicht schon ist. (Sonja Kolb)







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