Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy wird beim Besuch des Dalai Lamas kommende Woche nicht mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter zusammentreffen. Der Dalai Lama habe nicht um ein Gespräch während seines Aufenthalts in Frankreich gebeten, teilte Sarkozys Büro mit. Der Staatschef, der derzeit die rotierende EU-Präsidentschaft innehat, nimmt am Freitag an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking teil. Er hatte wegen der Niederschlagung der antichinesischen Proteste in Tibet im März zunächst mit einem Boykott gedroht.
Sarkozys Frau Carla Bruni-Sarkozy werde jedoch bei der Eröffnung eines buddhistischen Tempels durch den Dalai Lama am 22. August in Südfrankreich anwesend sein, hieß es in Paris. Der chinesische Botschafter in Frankreich, Kong Quan, hatte mit Konsequenzen gedroht, sollte es zu einem Gespräche Sarkozys mit dem Dalai Lama kommen. Sowohl Peking als auch Menschenrechtsaktivisten hatten von Sarkozy eine Entscheidung wgeen eines möglichen Treffens mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter gefordert, dessen Besuch in Frankreich am Dienstag beginnt.
Menschenrechtler werfen dem Staatschef einen Kotau gegenüber Peking vor und kritisieren, er wolle Wirtschaftsabkommen für französische Firmen mit China sicherstellen.
