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07. August 2008
«Man bekämpft damit nicht die Ursache»


Frankfurt - Wer mit Hilfe des weißen Pulvers Crystal Nächte durchtanzt, geht noch größere Risiken ein als Partygänger, die sich mit Ecstasy aufputschen. «Crystal ist deutlich gefährlicher», warnt Theo Baumgärtner vom Hamburger Büro für Suchtprävention. Dennoch hält er härtere Strafen für den Handel mit der illegalen Droge nur für das letzte Mittel. «Man bekämpft damit nicht die Ursache.» Immerhin hätten schärfere Gesetze aber symbolische Wirkung.

Methamphetamine wie Crystal hätten noch weitreichendere Folgen als Amphetamine wie Ecstasy. «Die Gefahr einer Abhängigkeit ist höher, aber auch die kurzfristigen Wirkungen sind heftiger», sagt Baumgärtner. Allerdings komme es bei der Wirkung von Designerdrogen immer darauf an, in welcher Dosis oder welcher Form sie konsumiert würden. Außerdem sei der Gehalt an Wirkstoff unterschiedlich.

Das mache die Drogen auch unberechenbar: «Die Wirkung ist nicht zu steuern, weil man nie weiß, was drin ist», berichtet Baumgärtner. Dazu komme, dass oft mehrere Drogen kombiniert würden. Alkohol, von vielen Jugendlichen gar nicht als Droge betrachtet, werde sowieso getrunken. «Auch Cannabis gehört für viele schon dazu.» Die Jugendlichen versuchten ihre Stimmung zu steuern, indem sie sich mit Crystal oder Ecstasy aufputschten, und mit Cannabis wieder beruhigten.

Wegen des Mischkonsums sei es dann auch schwer, die Folgen auf eine bestimmte Droge zurückzuführen. So sei kaum zu sagen, ob Crystal in Deutschland schon Todesfälle verursacht habe, berichtet der Experte. Konsumiert werde das Methamphetamin vor allem in Ostdeutschland, da es in Tschechien und Polen hergestellt werde. In Dresden und Leipzig sei die Droge verbreitet, in Ostdeutschland aber auch in Dorfdiscos erhältlich. In Westdeutschland bildeten Metropolen wie Hamburg, Frankfurt am Main und Köln Schwerpunkte.

Bei den Nutzern von Crystal lasse sich keine bestimmte Bildung oder soziale Schicht feststellen. «Geld spielt aber sicher eine Rolle», sagt Baumgärtner. Vor einigen Jahren sei speziell die Zahl der Mädchen, die zu der Droge greifen, gestiegen. Zum einen passten sich Mädchen oftmals ihren männlichen Altersgenossen an, zu anderen hemme Crystal auch den Appetit und damit das Gewicht. Insgesamt gehe der Konsum aber zurück oder stagniere zumindest. «Es gibt keinen Grund, die Alarmglocken zu läuten», berichtet der Fachmann.






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