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Neue Strategie: S.A.D. verkauft Musik nebst Brennsoftware
06. Dezember 2004 - 11:32 Uhr

Ulm - Die Musikwirtschaft in Deutschland ist normalerweise nicht bekannt dafür, dass sie ein großer Freund von Kopierprogrammen ist. Immerhin schreibt man der hohen Verbreitung von Brennersoftware eine große Teilschuld an der eigenen Krise zu.

Da verwundert es doch sehr, dass derzeit ganzseitige Anzeigen der Firma S.A.D. erscheinen, die auf der einen Hälfte Musik-CDs und auf der anderen ein Allesbrennerpaket bewerben. Beides wird im gleichen Unternehmen hergestellt und nun eben auch parallel vermarktet. Dabei handelt es sich auch nicht um eine Panne in der Marketingabteilung, sondern um Unternehmenspolitik.

Ganz bewusst will man bei S.A.D. signalisieren, dass Musik sich auch ohne Kopierschutzsperren vermarkten lässt, ohne dass Raubkopien zum existentiellen Problem werden. Ein Firmensprecher dazu: "Ganz im Gegenteil. Wir glauben, dass sich Musik ohne Kopierschutz langfristig besser verkaufen lässt. Verbraucher ärgern sich nur darüber, wenn sie ihr Eigentum nicht vernünftig nutzen können. Der Preis einer Musik-CD muss passen, das ist der springende Punkt."

Und so verkauft s.a.d. music seine Neuerscheinungen für rund 12 Euro statt der üblichen 16 Euro am Markt und stattet die CDs standardmäßig nicht mit einem Kopierschutz, sondern mit einem PC-Addon mit Fotos, Wallpapern oder Videos aus. "Wir steuern also gegen die Krise, in dem wir den Kunden mehr Leistung, durch zusätzlichen Content anbieten. Die alte Musikindustrie versucht es dagegen immer noch mit weniger Leistung, durch Kopierschutzsperren, bei höheren Preisen", so s.a.d. music.

Und so kommt es, dass Kunden nun bei ein und dem selben Unternehmen, Musik-CD's nebst Brennprogramm für die MP3-Kopie erwerben können. Die Verbraucher dürfte es freuen, dass zumindest ein Teil der Musikwirtschaft neue Wege geht.



Dienstag, 02. Dez. 2008







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