Berlin (
www.ne-na.de) - Das
Outsourcing von IT-Aufgaben sichere in Deutschland Arbeitsplätze und bietee die Chance, neue Jobs zu schaffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Expertengruppe des
Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in einer Analyse des Outsourcing-Marktes. "Unternehmen verlagern Aufgaben an externe Dienstleister, um ihre betrieblichen Abläufe zu optimieren und Kosten zu senken. Damit erhöhen sie in international hart umkämpften Märkten ihre Wettbewerbsfähigkeit, stärken ihre Innovationskraft und sichern Jobs in Deutschland", sagt BITKOM-Geschäftsführer Peter Broß.
Beispiele wie die Automobilindustrie oder der Maschinenbau würden zeigen, dass die Verlagerung von Wertschöpfung in Länder mit geringeren Kosten keine negative Wirkung auf den deutschen Arbeitsmarkt haben müsse. Nach Aussage des Sachverständigenrats und des Bundesfinanzministeriums hätten die Firmen des verarbeitenden Gewerbes durch Zulieferungen aus dem Ausland ihre Position im internationalen Wettbewerb wesentlich verbessert. Ergebnis: Der Exportboom deutscher Produkte habe seit Mitte der 90er Jahre per Saldo zu mehr Beschäftigung in Deutschland geführt.
Inzwischen setzen auch Unternehmen der Dienstleistungsbranche verstärkt Outsourcing ein, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern - etwa die Verlagerung von IT-Aufgaben wie Rechenzentren, Netzwerkmanagement oder Programmierarbeiten an externe Dienstleister. Nicht nur einfache Tätigkeiten wandern dabei in Länder mit geringeren Kosten wie Indien und Osteuropa ab (
Offshoring). Trotzdem hat die ITK-Industrie seit 1995 rund 110.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen.
Nach Schätzungen von amerikanischen Marktforschern sind in den USA im Jahr 2003 durch Outsourcing und Offshoring von Software und IT-Services netto rund 90.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Wesentlicher Grund dafür sind die geringeren Kosten der Unternehmen, die sie über niedrige Preise an die Kunden weitergeben können. "Die Einsparungen durch Outsourcing schaffen Spielräume für Investitionen in anderen Bereichen", sagt Broß. Die Chancen des Outsourcing von IT-Aufgaben sollten nach Ansicht des
BITKOM auch die öffentlichen Verwaltungen stärker nutzen. "Outsourcing entlastet die öffentlichen Haushalte und ermöglicht einen besseren Service für die Bürger", sagt Broß.
Bis zu 30 Prozent der ursprünglichen Kosten könnten die Behörden nach Branchenschätzungen sparen, wenn sie IT-Aufgaben an externe Dienstleister verlagern. Weiterer Vorteil: Der private Outsourcing-Partner übernimmt häufig die Vorfinanzierung der IT- und Kommunikationsinfrastruktur und belastet damit nicht die öffentliche Kasse. "Die Vorbehalte vieler Behörden gegenüber öffentlich-privaten Partnerschaften sind unbegründet", sagt Broß. "Durch innovative Vergütungsmodelle lassen sich die Risiken dieser zum Teil sehr komplexen Projekte immer besser beherrschen." Länder wie Großbritannien oder die USA seien uns hier weit voraus.