Afghanische Bürger können sich seit Montag für die Wahl des Präsidenten und von 34 Provinzversammlungen im Herbst 2009 registrieren lassen. Angesichts unverhohlener Drohungen der Taliban gegen alle potenziellen Wähler wurde ein nur geringer Zuspruch befürchtet. Die Unabhängige Wahlkommission warb deshalb ganz gezielt um Millionen Neuwähler, wie Sprecher Sekria Baraksai mitteilte. Es dürften die schwierigsten und gefährlichsten Wahlen seit dem Sturz der Taliban im Herbst 2001 werden.
Präsident Hamid Karsai will sich zur Wiederwahl stellen. Taliban-Sprecher Kari Jussuf Ahmadi erklärte dazu, die Afghanen sollten nicht «ihre Zeit verschwenden für ein betrügerisches Werk der USA». Die Präsidentenwahl 2004 und die Parlamentswahl 2005 wurden von den Taliban nicht gestört. Seitdem ist die Gewalt im Lande jedoch massiv angestiegen - in diesem Jahr allein um 30 Prozent gegenüber 2007.
In der zentralen Provinz Ghasni verhinderten Taliban-Kämpfer bereits am Montag die Auslieferung von Unterlagen und Ausrüstung zur Wählerregistrierung. Die Wahlkommission erwägt nun den Einsatz von Hubschraubern.
