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06. Oktober 2008
Datenschützer sieht «gewisses Maß an Schlamperei» bei der Telekom


Berlin - Versäumnisse sowohl bei der Telekom als auch bei der Staatsanwaltschaft hat der Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, beim jüngsten Datenklau-Skandal kritisiert. Bei dem Unternehmen müsse schon ein «gewisses Maß an Schlamperei» konstatiert werden: «Wenn nicht protokolliert worden ist, wer die Daten abgerufen hat bei solchen riesigen Mengen, dann ist da was falsch gelaufen», sagte er am Montag im ZDF. Das gelte aber auch für die Staatsanwaltschaft.

«Ich denke, das große Problem ist, dass nicht nur die Telekom, sondern auch die Staatsanwaltschaft hier keine weiteren Ermittlungen vorgenommen hat und auch nicht die Öffentlichkeit informiert hat», fügte er hinzu. Die Behörde sei noch vielmehr in der Pflicht, Gefahrenvorsorge und Gefahrenabwehr zu leisten.

Sowohl Telekom als auch Staatsanwaltschaft hätten wohl gehofft, dass «diese Informationen irgendwo versandet» seien. Die Annahme aber, dass das Problem sich von selber löse, sei eine Illusion, da einmal entwendete Daten sehr leicht kopiert werden könnten. «Auf CD-Rom können die auch rumgetragen werden, sie können ins Internet gestellt werden», erklärte Weichert: «Einfach zu hoffen, dass diese Daten nicht weiter im Umlauf sind, das ist schon ziemlich fahrlässig bis dilettantisch.»

Möglich sei natürlich auch, dass «große kriminelle Energie» bei der Entwendung der Daten aufgewendet wurde. Wo diese allerdings tatsächlich angesetzt habe, ob bei der Telekom oder sogar einer Schnittstelle zu Sicherheitsbehörden, sei noch absolut unklar, meinte der Datenschutzbeauftragte. Er hoffe deshalb, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen erneut aufnehme.

Die Entschuldigung von Telekom-Chef René Obermann sei «nur die Hälfte der Sache»: «Er weiß ja nicht, wofür er sich entschuldigt.» Daher müssten zunächst die Ursachen für den Datenklau gefunden werden.

Vor Anbieterwechsel Ermittlungen abwarten

Telekom-Kunden sollten nach dem Rat des Datenschutzbeauftragten nicht sofort den Anbieter wechseln, sondern erst einmal Ermittlungsergebnisse abzuwarten. Beim Wechsel zu einem neuen Anbieter könne man möglicherweise auch «den Regen mit der Traufe austauschen», warnte Weichert.








 
 



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