Rund 500 Menschen haben am Sonntag in der Nähe der griechisch-orthodoxen Klostergemeinde vom Berg Athos gegen umstrittene Immobiliengeschäfte der Mönche demonstriert. «Nein zu heiliger Geschäftemacherei» stand auf einem der Transparente. Der Protest wurde von Abgeordneten der linken Opposition angeführt. Eines der 20 Männerklöster vom Berg Athos, das rund 1000 Jahre alte Kloster Vatopedi, hat mit einem vom Staat bewilligten Austausch von Länderein rund 100 Millionen Euro verdient.
Der Berg Athos «hätte das Paradies auf Erden sein können», sagte der Fraktionsvorsitzende der Koalition der Radikalen Linken, Alekos Alavanos. «Anstatt dessen ist er ein Tempel des Handels geworden, auf dem eine in Immobiliengeschäfte verwickelte Mafia beheimatet ist.» Kirche und Staat sollten in Griechenland endlich getrennt werden, forderte Alavanos. Der Austausch der Ländereien begann im Jahr 1999, als die Regierung erstmals historische Ansprüche des Klosters auf Ländereien in Nordgriechenland anerkannte.
Die Mönche von Vatopedi tauschten in den Folgejahren lukrative gegen weniger einträgliche Ländereien mit dem Staat. Mit anschließenden Geschäften verdienten die Mönche rund 100 Millionen Euro, wie eine vorläufige Untersuchung des Staatsanwalts am Obersten Gerichtshof, Giorgos Sanidas, ergab. Das Kloster begründet seine Besitzansprüche auf Dokumente aus byzantinischer Zeit oder der Epoche der Ottomanen. Experten haben die Echtheit der Dokumente aus den Kloster-Archiven jedoch infragegestellt.
Die konservative Regierung kam wegen der umstrittenen Geschäfte zuletzt stark unter Druck und revidierte den Tauschhandel am Freitag. Die Mönche wollen dagegen aber vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.
Die Mönche vom Berg Athos gelten in Griechenland als sehr einflussreich und sollen enge Beziehungen zu Regierungsmitgliedern unterhalten. Der Zutritt zum Berg Athos und seinen reichen Ausstellungen und Archiven ist ein bei Männern beliebtes Touristenziel. Frauen ist der Zutritt seit dem Jahr 1046 verboten, selbst weibliche Tiere sind nicht erlaubt.
