In dem parlamentarischen Ermittlungsverfahren gegen die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin wegen möglichen Amtsmissbrauchs haben sich sieben Staatsbedienstete, die zunächst die Aussage verweigert hatten, nun doch dazu bereiterklärt. Die Abgeordneten hatten die Sieben als Zeugen vorgeladen, was diese jedoch anfochten. Ein Richter wies eine ähnliche Anfechtung in der vergangenen Woche ab, woraufhin sich die Staatsbediensteten doch zur Aussage entschieden, wie der Generalstaatsanwalt des Staates Alaska, Talis Colberg, am Sonntag in Anchorage mitteilte.
Der demokratische Senator Hollis French, der die Untersuchung leitet, erklärte, nach der Gerichtsentscheidung seien auch Palin sowie deren Ehemann Todd erneut gefragt worden, ob sie zu einer Aussage bereit seien. Bislang habe sich das Paar dazu aber noch nicht geäußert.
Bei der Untersuchung geht es um die Frage, ob Gouverneurin Palin ihr Amt missbraucht hat, als sie den Beauftragten für die öffentliche Sicherheit in Alaska, Walt Monegan, entlassen hat. Dieser hatte sich geweigert, einen Polizisten zu feuern, der sich von Palins Schwester scheiden ließ. Sechs regionale Abgeordnete beantragten am Freitag vor dem Obersten Gericht in Anchorage, die Ermittlungen vor der Präsidentenwahl auszusetzen, da diese parteipolitisch motiviert seien. Das Gericht nahm den Antrag an und ordnete eine Anhörung für kommenden Mittwoch an.
