Die fetten Jahre für Beamte im ölreichen Venezuela sollen nach dem Willen von Finanzminister Ali Rodriguez vorbei sein. Weniger teure Autos, billigere Handys und nicht ganz so ausschweifende Feste - das kündigte Rodriguez am Sonntag den Staatsbediensteten an. Der Haushalt 2009 werde deutlich geringer ausfallen als der diesjährige in Höhe von rund 64 Milliarden Dollar, erklärte der Minister im Gespräch mit dem Fernsehsender Televen TV.
Hintergrund ist der wegen der globalen Finanzkrise und der drohenden Wirtschaftsflaute fallende Ölpreis. Die Einnahmen aus den Ölexporten machen 40 Prozent des venezolanischen Staatshaushalts aus. Die Beamten des Landes sind für rauschende Feste und teure Anschaffungen bekannt.
Präsident Hugo Chavez hatte die Staatsausgaben in den vergangenen Jahren stark anwachsen lassen. Die Haushaltskürzungen sind jedoch offenbar auch eine Maßnahme, um die Inflation zu bremsen. Sie lag im vergangenen Jahr bei 22,5 Prozent, der höchsten Südamerikas. Für 2008 erwarten Experten bis zu 27 Prozent Teuerung, was auch die Kaufkraft der Regierung schwinden lässt.
