Unter dem Motto «Unsichere Zeiten» debattieren ab Montag in Jena rund 1.700 Wissenschaftler aus dem In- und Ausland über die derzeitige Situation des Menschen in der globalisierten Welt. Auf dem bis zum Freitag dauernden 34. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie sind laut Tagungsleitung mehr als 600 Vorträge vorgesehen.
Mit der fortschreitenden Globalisierung, Technisierung und Mediatisierung der Welt hätten prekäre Lebensverhältnisse auch in den westlichen Staaten soziale Schichten erreicht, die als sicher gegolten hätten, erklärte der Organisator Klaus Dörre das Kongressmotto. Allem Fortschritt zum Trotz könne die Gesellschaft das Sicherheitsbedürfnis ihrer Mitglieder nicht befriedigen. Die Welt sei so komplex geworden, dass die Menschen mit einer immer größeren Unsicherheit und Unplanbarkeit konfrontiert würden.
Die Debatten um Managergehälter, Bürgergeld, Kinder- und Altersarmut oder die gebeutelte Mittelschicht zeigten alle, dass viele Menschen die heutige Gesellschaft als ungerecht und ihre eigene Zukunft als unsicher empfänden.
