Die Tarifverhandlungen für die rund 150.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie haben am Montag in Hamburg begonnen. Vor der ersten Gesprächsrunde mit dem Arbeitgeberverband Nordmetall bekräftigte die IG Metall Küste ihre Forderung nach acht Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeberseite nannte dies zu hoch, signalisierte aber Kompromissbereitschaft. Rund 200 Beschäftigte demonstrierten laut IG Metall vor dem Verhandlungsort und verliehen ihrer Forderung Nachdruck.
Die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, sprach vor der Verhandlung zu den Demonstranten und bekräftigte die Forderung nach acht Prozent mehr Lohn. Die Gewinne der Betriebe seien explodiert und die Umsatzrenditen die höchsten seit Jahrzehnten. Für Löhne und Gehälter werde zur Zeit aber so wenig wie noch nie aufgewendet.
Nordmetall, der Arbeitgeberverband für rund 270 Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und im nordwestlichen Niedersachsen, erklärte, mit der Acht-Prozent-Forderung schüre die IG Metall zu hohe Erwartungen. «Wenn die Konjunktur im Sinkflug ist, kann man keine Korken knallen lassen», betonte Nordmetall-Verhandlungsführer Ingo Kramer.
Die Erfolge der Vergangenheit seien bereits bei den Arbeitnehmern angekommen. Die letzten Tarifrunden hätten immer doppelt bis dreifach so viel Plus gebracht wie in anderen Branchen. Auch dieses Mal seien die Arbeitgeber zu einem fairen Mehr bereit.
