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06. Oktober 2008
Hypo Real Estate: Chronik einer Krisenwoche


Frankfurt - Der deutsche Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate steht zum zweiten Mal binnen 7 Tagen vor dem Zusammenbruch. Das erste Rettungspaket vom Sonntag vergangener Woche ist am Samstag gescheitert. Hier eine Chronik der Krisenwoche:

Sonntag, 28. September

Für die in Schieflage geratene Hypo Real Estate (HRE) wird fieberhaft eine Lösung gesucht. Bundesregierung, Bundesbank, Europäische Zentralbank, die staatliche Finanzaufsicht BaFin und Finanzinstitute ringen um Hilfsmaßnahmen.

Montag, 29. September

In den Morgenstunden des 29. September teilt die Hypo Real Estate in einer Börsenpflichtmeldung mit, ihr werde von einer Gruppe des deutschen Finanzsektors «eine kurz- und mittelfristige Kreditfazilität in ausreichender Höhe zur Verfügung gestellt».

Später wird bekannt, dass die Bank eine Risikoabsicherung von 35 Milliarden Euro erhält. Davon entfallen maximal 26,6 Milliarden auf den Bund, wie der Sprecher des Finanzministeriums, Torsten Albig, sagt.

Dienstag, 30. September

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück informiert die Fraktionen und den Haushaltsausschuss des Bundestags über das Hilfspaket. Bundesbankpräsident Axel Weber erklärt, die Bürgschaft führe den angeschlagenen Immobilienfinanzierer in eine «zukunftsfähige Situation».

Mittwoch, 1. Oktober

Kanzlerin Angela Merkel betont, der Bank sei nur eine Bürgschaft gewährt worden, Steuergeld sei nicht geflossen. «In Wahrheit geht es darum, in einer sehr ernsten Situation den Schaden für unsere gesamte Wirtschaft zu begrenzen und damit das Geld aller Bürger zu schützen.»

In einem offenbar an Deutschland gerichteten Appell warnt EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes vor Alleingängen zur Bankenrettung.

Donnerstag, 2. Oktober

Die EU-Kommission genehmigt die Bundesbürgschaft für die Hypo Real Estate als Rettungshilfe für zunächst sechs Monate.

Die Zeitung «Welt» berichtet, das Rettungspaket für die Bank sei in Gefahr.

Samstag, 4. Oktober

Die «Welt am Sonntag» berichtet, HRE benötige offenbar kurzfristig deutlich mehr Geld als bislang bekannt. Die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» meldet, die Banken zögerten und überdächten das Paket insgesamt noch einmal.

Um 19.45 Uhr teilt die Hypo Real Estate selbst mit: «Die vorgesehenen Maßnahmen sahen zunächst eine Liquiditätslinie einer Gemeinschaft mehrerer beteiligter Finanzinstitute vor. Diese Zusage wird nicht aufrechterhalten.»

Sonntag, 5. Oktober

Nach stundenlangem Ringen schnüren Regierung und Banken am späten Sonntagabend ein neues Rettungspaket. Die Banken stocken ihre Kreditlinie für den Immobilienfinanzierer um 15 Milliarden Euro auf. Insgesamt stehen damit 50 Milliarden Euro bereit.

Kanzlerin Merkel kündigt zudem eine Staatsgarantie für alle Spareineinlagen an.








 
 



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