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06. Oktober 2008
Ein Keil als Symbol für neue Offenheit


Dresden - Eines der spektakulärsten Museumsprojekte in Deutschland ist im Rohbau fertig. In Dresden wurde am Montag Richtfest am neuen Militärhistorischen Museum der Bundeswehr gefeiert, für das der US-Stararchitekt Daniel Libeskind den Entwurf lieferte. Besonderheit ist eine gut 30 Meter hohe keilförmige Konstruktion aus Beton, Stahl und Glas, die den Altbau faktisch durchschneidet. Der Komplex wird zum führenden deutschen Museum für Militärgeschichte ausgebaut. Die Eröffnung ist für 2010 geplant.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung betonte anlässlich der Zeremonie, in Dresden entstehe mehr als eine klassische Uniform- und Waffenpräsentation. «Das Leitmotiv des Museums ist die Frage nach den Ursachen und dem Wesen von Gewalt.» Besonderer äußerer Blickpunkt wird der voluminöse Keil sein, mit dem Libeskind nach eigenen Angaben der massiven Fassade des Altbaus Offenheit und Transparenz entgegensetzen will.

Der Architekt betonte in Dresden, er habe damit einen «Dialog von Alt und Neu» angestrebt. Libeskind hat auch schon das Jüdische Museum in Berlin und den Freedom Tower in New York entworfen. Jung bezeichnete den Entwurf als ideal. Während der Altbau die Strenge einer autoritären Vergangenheit repräsentiere, stehe der Neubau-Keil für die Offenheit einer demokratischen Gesellschaft und die veränderte Rolle ihres Militärs.

Umbau kostet 48 Millionen Euro

Der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) erklärte, das Museum werde «ein zentraler Ort für die Erinnerung und Mahnung an militärische Auseinandersetzungen» sein.

Der Um- und Ausbau, der vor vier Jahren begann, kostet rund 48 Millionen Euro. Die Dauerausstellung wird nach der für 2010 geplanten Eröffnung auf insgesamt 19.000 Quadratmetern deutsche Militärgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart widerspiegeln. Der Komplex im Dresdner Norden, ursprünglich als Waffenarsenal errichtet, beherbergt bereits seit knapp 100 Jahren verschiedene Militärausstellungen. Vor der Wende befand sich hier das «Armeemuseum der DDR», nach der deutschen Wiedervereinigung wurde daraus das Leitmuseum der Bundeswehr.

Eines der bekanntesten Ausstellungsstücke ist das erste deutsche U-Boot, der legendäre Brandtaucher, der 1850 in Kiel gebaut wurde. Insgesamt verfügt das Museum nach eigenen Angaben über mehr als eine Million Exemplare.








 
 



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