06. August 2008
Deutsche-Bank-Chefvolkswirt kritisiert Lufthansa-Abschluss
Passau - Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat die Tarifeinigung bei der Lufthansa als zu hoch und zu unflexibel kritisiert. Zugleich warnte er in der «Passauer Neuen Presse» vor einer tiefgreifenden Krise in der Luftfahrtbranche: «Die steigenden Energiepreise werden die Luftfahrt weiter belasten.» Außerdem verschärfe sich der internationale Wettbewerb: «Wettbewerber aus dem Nahen Osten, aber auch Billigflieger, die rascher Lohnkosten senken können, werden zunehmend zur Herausforderung.»
Vor diesem Hintergrund sei der jetzt getroffene Tarifabschluss zu hoch und unflexibel ausgefallen, sagte Walter: «Die Lohnerhöhung von rückwirkend 5,1 Prozent und ab Januar 2009 für ein halbes Jahr um 2,3 Prozent fällt sicher etwas hoch aus.» Der Chefvolkswirt sprach sich vor diesem Hintergrund für eine Reform der Tarifpolitik aus: «Starre Tarifverträge führen zu Personalabbau.» Die Löhne müssten stärker am Ergebnis der Unternehmen orientiert werden. Außerdem sollten hoch qualifizierte Fachkräfte, die entscheidenden Anteil daran hätten, dass ihr Unternehmen Gewinne mache, auch gut entlohnt werden. Wer das versäume, schneide sich ins eigene Fleisch.