Mehrere zehntausend Menschen haben am Sonntag in Pamplona den Beginn des traditionellen Fests zu Ehren des Lokalpatrons San Fermin gefeiert. Stadtrat Uxe Barkos eröffnete die neuntägige Fiesta mit dem Entzünden einer Feuerwerksrakete. «Männer und Frauen von Pamplona, lang lebe San Fermin», rief Barkos der Menge von einem Balkon über dem Hauptplatz zu. Größte Attraktion des Festes sind die umstrittenen Stierrennen, die am (morgigen) Montag beginnen.
Die meisten Menschen waren gemäß der Tradition in Weiß gekleidet, geschmückt mit einem roten Halstuch. Rotwein, Sangria und andere Getränke flossen in Strömen. Zur Abkühlung der Feiernden gossen Anwohner Eimer voll Wasser von Balkonen auf die Menge.
Die Stierrennen beginnen immer um acht Uhr morgens. Wagemutige versuchen dann, mit jeweils sechs Bullen auf einer 800 Meter langen Strecke durch die Altstadt bis zur Stierkampfarena zu laufen, wo am Nachmittag ein Stierkampf stattfindet. Dabei stürzen jedes Jahr zahlreiche Teilnehmer auf dem Kopfsteinpflaster der engen Gassen und verletzen sich. Seit 1924 kamen beim Stierrennen vom Pamplona 13 Menschen ums Leben, vorher wurde keine Statistik geführt. Das letzte Opfer war ein 22-jähriger Amerikaner, der 1995 von einem Stier durchbohrt wurde.
International bekannt wurde das neuntägige Treiben zum Fest des heiligen San Fermin durch den Roman «Fiesta» von Ernest Hemingway aus dem Jahr 1926. Eine Bronze-Büste vor der Arena erinnert an den amerikanischen Schriftsteller, überall in Pamplona gibt es Souvenirs mit seinem Bild zu kaufen. Tierschützer protestieren alljährlich gegen die Veranstaltung. Sie fordern die Abschaffung von Stierrennen und Stierkämpfen.
