Internet-Abhängigkeit wird nach Ansicht von Experten künftig im Suchtbericht der Bundesregierung einen breiteren Raum einnehmen. «Die Bundesregierung hat die Dringlichkeit erkannt und jetzt Studien in Auftrag gegeben», sagte Klaus Wölfling, der Leiter der ersten deutschen Ambulanz für Online- und Spielsüchtige in Mainz, laut «Berliner Zeitung». Er geht dem Bericht zufolge nach bisherigen Untersuchungen davon aus, dass acht bis neun Prozent der 16- bis 25-Jährigen ein problematisches Computerspielverhalten haben.
«2,5 bis 3 Prozent dieser Altersgruppe legen sogar ein pathologisches, also krankhaftes PC-Verhalten an den Tag», sagte Wölfling dem Blatt. Allerdings gebe es bislang noch keine repräsentative Untersuchung des Problems.
In dem Drogenbericht der Bundesregierung, der am Montag vorgestellt worden war, ist die neue Sucht demnach nur kurz erwähnt. In der Ambulanz für Online-Abhängige, die von der Universität Mainz als Modellprojekt betrieben wird, haben sich Wölflings Angaben zufolge seit der Eröffnung im März etwa 100 Betroffene und Angehörige von Internetabhängigen gemeldet. Jeder Dritte begann eine ambulante Therapie.
