«Flocke» ist zum ersten Mal geduscht worden. «Sie hat es genossen», sagte der Nürnberger Zoo-Tierarzt Bernhard Neurohr am Mittwoch. Die inzwischen fast drei Monate alte Eisbärin habe die Dusche auch dringend nötig gehabt: «Hinterher roch sie viel besser, richtig frisch.» Pfleger Horst Maußner und er hätten das inzwischen fast elf Kilogramm schwere Jungtier in einen großen Plastikeimer gestellt und mit lauwarmen Wasser gewaschen. In unregelmäßigen Abständen soll die Prozedur wiederholt werden.
Der Tierarzt äußerte sich auch zufrieden mit «Flockes» Verhalten: «Sie merkt sofort, wenn kein Kampfspiel angesagt ist, sondern es um eine ruhige Sache geht», erzählte er. Beim Waschen habe sie sofort umgeschaltet und sich «ganz brav» verhalten. Auch die Aufregung vor ihrem mit Milch gefüllten Futternapf lege sich von Tag zu Tag, so dass die langsame Entwöhnung vom Fläschchen fortschreite.
Mittlerweile trinke Flocke täglich rund eineinhalb Liter kalorienreiche Kunstmilch. Weil ihre Gesundheit schon sehr robust sei, könnten die Pfleger inzwischen auf Mundschutz und sterile Handschuhe verzichten. «Unser Eisbärmädchen soll sich jetzt langsam an die Keime in ihrer Umgebung gewöhnen, damit sie im April fit ist für das Freigehege», erklärte Neurohr.
Schon jetzt macht sich «Flocke» bei den Besucherzahlen bemerkbar: Im Januar und Februar kamen nach Angaben der Stadt 100.000 Besucher in den Zoo, 25.000 mehr als im Vorjahr und 40.000 mehr als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
