06. März 2008
Bundesprüfstelle setzt umstrittenes Kinderbuch nicht auf den Index
Bonn - Das umstrittene Kinderbuch «Wo bitte geht"s zu Gott? fragte das kleine Ferkel» wird nicht verboten. Man sei nach einer umfassenden Diskussion zu der Auffassung gelangt, das Buch sei nicht als antisemitisch einzustufen, erklärte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien am Donnerstag nach einer Sitzung in Bonn. Das Bundesfamilienministerium hatte beantragt, eine Aufnahme des Buches in die Liste der jugendgefährdenden Medien zu prüfen.
Das im Alibri-Verlag erschienene Kinderbuch von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke war wegen seines religionskritischen Inhaltes und möglicher antisemitischer Tendenzen in die Kritik geraten. Die Bundesprüfstelle gelangte aber zu der Auffassung, dass alle drei großen Weltreligionen gleichermaßen angegriffen würden. Daher sei das Buch nicht als antisemitisch einzustufen.
In «Wo bitte geht"s zu Gott? fragte das kleine Ferkel» geht es laut Verlag um ein Ferkel und einen Igel, die sich auf die Suche nach Gott machen. Das Buch kläre Kinder auf humorvolle Weise über die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam auf. Dass in dem Buch Religionskritik geübt wird und sein Inhalt möglicherweise das religiöse Empfinden der Gläubigen der drei Religionen verletzt, war laut Bundesprüfstelle für ein Verbot nicht von Bedeutung. Dies stelle keinen Tatbestand der Jugendgefährdung dar.