Stuttgart - Die Finanznöte der Unternehmen des weit verzweigten Merckle-Firmenimperiums beruhen zum Teil auf Spekulationen mit Wertpapieren. Nach wochenlangen Gerüchten räumte die VEM Vermögensverwaltung, die einen großen Teil der Merckle-Firmen kontrolliert, im November die Verluste erstmals ein.
Die VEM hatte vor allem bei HeidelbergCement für auch auf Pump finanzierte Kapitalerhöhungen Aktien hinterlegt. Die Sicherheiten wurden infolge der Finanzmarktkrise immer weniger Wert. Deshalb verlangten die Kreditinstitute Tilgungen und weitere Nachschüsse. Zur Absicherung fallender Kurse hatte die VEM auch Optionen auf Volkswagen-Aktien verkauft. Da der Kurs des Papiers von Europas größten Autobauer aber in die Höhe schnellte entstand ein «Verlust im niedrigen dreistelligen Millionenbetrag».
Die VEM hatte in den letzten Jahrzehnten immer wieder Wertpapiergeschäfte getätigt. Das sei ein Geschäftszweig gewesen, der erheblich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen habe. Das Geld sei immer in die Beteiligungen investiert worden.
Die Höhe der Schulden von Merckle bei den Gläubigerbanken wurde nie offiziell mitgeteilt. Früheren Angaben aus Finanzkreisen zufolge soll sich der Finanzbedarf des Merckle-Clans und seiner Firmen auf ein Volumen von 700 Millionen bis 1 Milliarde Euro belaufen.