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Spiegel wirft Politik Bagatellisierung von Antisemitismus vor
05. Dezember 2004 - 16:12 Uhr

Berlin - Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, sieht in der Bielefelder Studie über wachsende Ausländerfeindlichkeit und zunehmenden Antisemitismus einen "dringenden Weckruf für Politik und Gesellschaft".

Dem Thema müsse "endlich größere Aufmerksamkeit gewidmet werden", sagte er dem Berliner Tagesspiegel. "Wir stellen seit Jahren fest, dass Rassismus und Antisemitismus auf dem Vormarsch sind. Aber weder die Politik noch die gesellschaftlich relevanten Gruppen haben auf das Problem angemessen reagiert, obwohl es uns alle angeht."

Statt dessen seien Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit als "Minderheitenproblematik bagatellisiert und weitestgehend ignoriert" worden, kritisierte Spiegel. "Erschüttert" zeigte sich Spiegel darüber, dass der Studie zufolge zwei Drittel der deutschen das Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern mit dem der Nazis gegenüber den Juden gleichsetzten.

Diese Haltung sei auch auf "die überwiegend einseitige Beurteilung in den Medien zurückzuführen, die vor allem Israel für den Nahost-Konflikt verantwortlich machen".



Freitag, 05. Dez. 2008







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