Nach einem leichten Rückgang des Hochwassers in in den Überschwemmungsgebieten Nordostindiens haben die Behörden die Bevölkerung vor einer Rückkehr in ihre Dörfer gewarnt. Der Fluss Kosi könne jederzeit wieder anschwellen, erklärte der Leiter des Rettungseinsatzes des Heeres, Brigadegeneral P.F. Rathi, am Freitag. Der Fluss sei unberechenbar, und im September seien noch weitere Monsunregenfälle zu erwarten, sagte Rathi im Rundfunk.
Der Flusspegel ging in den vergangenen Tagen um bis zu 70 Zentimeter zurück. Tausende Menschen, die sich in höher gelegene Gebiete geflüchtet hatten, begannen daraufhin, in ihre Dörfer zurückzukehren. Die Behörden forderten sie auf, stattdessen eines der 250 Zeltlager aufzusuchen. Flugblätter mit entsprechenden Aufrufen wurden von Hubschraubern abgeworfen.
Die Behörden im Unionsstaat Bihar versuchten unterdessen, mehr als 100.000 Menschen zu erreichen, die noch immer von den Fluten eingeschlossen waren. Angesichts fallender Pegel werde es aber immer schwieriger, die Dorfbewohner zum Verlassen des Gebiets zu bewegen, erklärte der zuständige Staatsminister Nitish Mishra. Einsatzkräfte hätten bereits mehr als 780.000 Menschen aus rund 900 Dörfern in Sicherheit gebracht. Sieben Militärboote, die zur Rettung von 250 Bewohnern eines überschwemmten Dorfs im Bezirk Supal ausgeschickt worden seien, seien mit nur fünf Menschen zurückgekehrt.
Die Behörden haben bislang 38 Todesopfer bestätigt. Es wird jedoch erwartet, dass die endgültige Bilanz der Zahl der Hochwassertoten deutlich höher ausfallen wird. In vielen Gebieten soll das Wasser erst mit dem Ende des Monsuns im November zurückgehen. Nach einem großen Deichbruch und anhaltendem Monsunregen wurden im Nordosten Indiens etwa 1,2 Millionen Menschen obdachlos.
