
05. September 2008
Diabetiker haben erhöhtes Risiko für Schilddrüsenleiden
Frankfurt - Diabetiker haben auch ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsenerkrankungen. Beim Typ-1-Diabetes werden die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems zerstört. «Diese Fehlsteuerung richtet sich manchmal auch gegen andere Organe, vor allem gegen die Schilddrüse», erklärt die Chefärztin der Städtischen Kliniken München, Petra-Maria Schumm-Draeger, im Apothekenmagazin «Diabetiker Ratgeber». Dadurch könne es zu einer Schilddrüsenentzündung kommen, der sogenannten Hashimoto-Thyreoiditis.
Folge könne eine Unterfunktion bis hin zum Versagen des Organs sein, berichtet die Expertin. Betroffen seien vermehrt auch Typ-2-Diabetikerinnen über 50 Jahre, obwohl diese Form der Zuckerkrankheit nicht auf die Fehlsteuerung des Immunsystems zurückgehe. Auch die Basedowsche Erkrankung, eine Überfunktion der Schilddrüse, könne auftreten. Sie werde ebenfalls als Autoimmunleiden angesehen. «Weil sich die Funktionsstörung der Schilddrüse auf die Blutzuckerwerte auswirken können, sollten Diabetiker mindestens einmal jährlich ihre Schilddrüsenfunktion kontrollieren lassen», rät Schumm-Draeger.

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