Gegen das Pilotprojekt mit Elektro-Smarts von Daimler und Strom von RWE hat Greenpeace mit einem «Klimaschwein» protestiert. Vor dem Hotel, in dem im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel das Projekt am Freitag in Berlin vorgestellt wurde, verwandelten 15 Umweltschützer einen Smart mit rosa Farbe, künstlicher Schnauze, Ohren und Ringelschwanz in ein Protestschwein. Daneben schichteten sie einen Haufen aus Kohlesäcken auf. Auf einem Banner stand: «Smart + Kohlestrom von RWE = Klimaschwein».
Nach Berechnungen von Greenpeace wird ein Elektro-Smart, der ab dem Jahr 2009 an einer der 500 RWE-Stromtankstellen in Berlin aufgeladen wird, einen höheren CO2-Ausstoß haben als ein mit Diesel betankter Smart. Die Umweltschützer forderten die Daimler AG auf, bei der Entwicklung ihrer Autos dem Klimaschutz höchste Priorität einzuräumen.
Der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) warnte vor übereilter Euphorie beim Thema Elektrofahrzeuge. Es sei zwar gut und richtig, jetzt Pilotprojekte wie das in Berlin zu starten und die Forschungsanstrengungen in dem Bereich zu verstärken. Doch zur Lösung der akuten Probleme von Klimawandel und Ressourcenschwund könnten Elektroautos in absehbarer Zeit keinen entscheidenden Beitrag leisten.
«Elektromobilität ist noch weit davon entfernt, massentauglich und umweltschonend zu sein», erklärt Hermann-Josef Vogt vom VCD-Bundesvorstand. Weder gebe es bisher eine bezahlbare und ausgereifte Batterietechnik noch eine entsprechende Strominfrastruktur für schnelles Aufladen. «Selbst optimistische Schätzungen gehen für 2020 von gerade einmal zwei Millionen Elektrofahrzeugen in Deutschland aus - bei einem Bestand von 50 Millionen Pkw», erklärte Vogt.
Außerdem seien Elektrofahrzeuge erst dann klimafreundlich, wenn der verwendete Strom aus regenerativen Quellen erzeugt werde. Bisher stammten aber nur rund 15 Prozent des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien, sagte Vogt.
